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Gesundheitswesen

Zeichen stehen auf Vergleich im Praxisstreit

Das Messen des Blutdrucks gehört zum Alltag in den Arztpraxen. Für den Mediziner Leszek Lacheta endet der Rechtsstreit mit der Kassenärztlichen Vereinigung höchstwahrscheinlich mit einem Vergleich. FOTO: Maurizio Gambarini / dpa

Guben. Gubener Mediziner einigt sich mit der Kassenärztlichen Vereinigung vor dem Arbeitsgericht.

Der Streit um die Schließung der Gubener Doppelarztpraxis durch die Kassenärztliche Vereinigung endet mit einem Vergleich vor dem Arbeitsgericht, der allerdings erst nach Ablauf der Widerrufsfrist Anfang Februar rechtswirksam wird. Mit einer Wiedereröffnung der Einrichtung können die Patienten nicht rechnen. Auch die Suche nach einem neuen Hausarzt in Guben erweist sich als schwierig. „Wir sind bereit, die Praxis sofort wieder zu eröffnen und die Patienten zu versorgen“, betont Dr. Leszek Lacheta gleich mehrmals während der Verhandlung. Wie ernst es ihm damit ist, zeigt auch sein Angebot, auf die ausgehandelte Abfindung im niedrigen fünfstelligen Bereich verzichten zu wollen, falls die Kassenärztliche Vereinigung Berlin-Brandenburg (KVBB) einem Weiterbetrieb der Haus- und HNO-Arzt-Praxis zustimmen sollte.

Seit August 2013 arbeiten Leszek Lacheta und seine Frau Malgorzata Babczynsk-Lacheta als Angestellte der KVBB in der Gubener Doppelarztpraxis und betreuen eigenen Angaben zufolge rund 2000 Patienten. Die Schließung der Einrichtung zum 31. März 2018 kam für viele überraschend. Als Gründe werden vonseiten der KVBB die deutlich verbesserte Versorgungslage für die Patienten in Guben sowie der stark defizitäre HNO-Bereich angeführt.

Eine Abstrafung ihres Mandanten vermuten hingegen die Anwälte von Leszek Lacheta. Der Mediziner habe zuvor eine Überschussbeteiligung an der mittlerweile florierenden Hausarztpraxis ab dem zweiten Quartal 2016 gefordert, begründen sie. Die KVBB soll ihm daraufhin 9000 Euro angeboten haben, die allerdings an die Unterschrift unter einen Aufhebungsvertrag für seine Frau gekoppelt gewesen sei. Das sei keinesfalls akzeptabel, kritisiert Jurist Wolfram Walter.  

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