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Leser ärgert sich über Zahnarztbereitschaft

Mit Schmerzen erst quer durch Spree-Neiße fahren?

Der Weg zum zahnärztlichen Notdienst kann manchmal weit sein. FOTO: dpa / Markus Scholz

Guben. Eine Gubenerin ärgert sich über medizinische Bereitschaftsdienste. Die Wege für Schmerzpatienten seien in Spree-Neiße viel zu lang. In Guben gibt es 16 Zahnärzte – sie musste aber nach Spremberg.

Unzufrieden mit dem Zahnarzt-Bereitschaftsdienst ist Christina Weigel ins neue Jahr gestartet. Die Gubenerin hatte am 22. Dezember starke Zahnschmerzen und wollte den Bereitschaftsdienst konsultieren. Dem Serviceteil der RUNDSCHAU entnahm sie die 14-stellige zentrale Rufnummer – „natürlich kostenpflichtig“, ärgert sich Christina Weigel. Und leider würden unter der Nummer in „rasantem Tempo alle wichtigen Daten vom Band abgespult“, Fragen seien nicht möglich. Der Anruf müsse wiederholt werden, „um das Wichtigste zu notieren“. Am Ende wusste sie, dass sie als Gubener Schmerzpatient an diesem Tag zum Zahnarzt nach Spremberg muss. „Wie bitte? Guben hat 16 Zahnarztpraxen, und Schmerzpatienten müssen nach Spremberg. Wer hat sich das in welcher Geistesblitzphase ausgedacht?“ fragt Christina Weigel in einem Brief an die RUNDSCHAU.

Die RUNDSCHAU hat das Problem an die Landeszahnärztekammer weitergegeben. Dipl.-Stomatologe Jürgen Herbert, Präsident der Landeszahnärztekammer, erklärt dazu: „Für Patienten aus dem Landkreis Spree-Neiße gibt es an Wochenenden und Feiertagen einen zahnärztlichen Bereitschaftsdienst, der entweder in Guben, Forst oder Spremberg genutzt werden kann.“ Diese Änderung werde bereits seit der Kreisgebietsreform praktiziert, vorher habe es in jeder der drei Kreisstädte einen eigenen Bereitschaftsdienst gegeben. Im Prinzip haben sich zahnärztliche Bereitschaftsdienste den größeren Verwaltungseinheiten angepasst. Einige Kreisstellen im Land, so auch Spree-Neiße sowie Oder-Spree, haben das getan, andere nicht, berichtet Herbert.

Durch die zentrale Rufnummer werde die jeweilige Bereitschaftspraxis bekannt gegeben. Dort könne man sein individuelles Problem schildern und sich behandeln lassen. Die Kammer weist auf ihrer Internetseite noch einmal auf Notbehandlungen hin: „Die Behandlung im Notdienst sollen nur in Maßnahmen der Schmerzausschaltung bestehen, sollen weitergehende Komplikationen abwenden und eine adäquate Weiterbehandlung am Folgetag ermöglichen.“

(SvD)
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