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Archäologie

Tagebau „frisst“ Pechofen

Archäologe Marcus Schneider zeigt auf die Umrisse des Pechofens. Mit Fortschreiten des Tagebaus Jänschwalde wird dieses Zeugnis menschlicher Besiedlung umgebaggert. FOTO: LR / Silke Halpick

Grießen. Am Sonntag ist Tag des offenen Denkmals. Ein ganz besonderes ist der Pechofen auf dem Tagebau Jänschwalde. Doch mit dem Fortschreiten der Bagger wird das Zeugnis menschlicher Besiedlung zerstört.

Mit dem Jeep geht es in schnellem Tempo über das Vorfeld für den Tagebau Jänschwalde. Gefällte Bäume, totes Land. Quasi im Dreiländereck, wo sich die Gemarkungen von Grießen, Taubendorf und Jänschwalde treffen, stoppt Marcus Schneider. Der Archäologe steigt aus und geht mit großen Schritten auf den Pech­ofen zu. „Relativ gut erhalten“ ist der Meiler aus Sicht des Experten. Im Sand zu erkennen ist ein Ring mit einem Durchmesser von rund 2,5 Metern; Überreste des doppelwandigen Kuppelofens. „Hier wurde das Holz aufgestapelt und luftdicht verschlossen“, erklärt Schneider. Bei Temperaturen um 400 Grad wurde es verschwelt.

Den Pechmeiler gefunden haben die Archäologen des Brandenburgischen Landesamtes für Denkmalpflege bei ihrer Untersuchung des Tagebauvorfeldes. 60 bis 80 Hektar nehmen die Experten im Laufe eines Jahres im Bergbaurevier unter die Lupe. Manchmal geben schon die Holzfäller Hinweise auf mögliche Fundorte.

Am Tag des offenen Denkmals will das Landesdenkmalamt auch über seine Arbeit als Vorhut der Kohlebagger informieren. Eine Poster-Ausstellung soll einen zeitlichen Überblick über die wissenschaftlichen Untersuchungen sowie die wichtigsten Fundstücke geben.

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