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Tekra

Grenzenloser denken

Brücken zwischen Deutschland und Polen gibt es viele – in der Wirtschaft aber sind die noch schwer begehbar, sagt der UVBB.FOTO: Frank Hilbert

Guben/Gubin. Harald Wiedei geht es gut. Zumindest dann, wenn er über die Erfolge seines Unternehmens "Tekra" sprechen kann.

Der Kranbauer ist 2008 nach Gubin gekommen, als Tochter der Leverkusener Firma "Depa". Und mittlerweile, sagt Wiedei, könne die Mutter ohne die Tochter nicht mehr leben. 204 Angestellte zählt die Gubiner "Tekra" mittlerweile, der Umsatz steigt. Wenn alles gut geht, sagt der Geschäftsführer, wird die Firma in Kürze zehn Prozent aller Kräne auf der Welt bauen. Wenig überraschend also sein Fazit zum Schritt ins Nachbarland: Für das Unternehmen hat sich der gelohnt - zumal es sich in einer Sonderwirtschaftszone angesiedelt hat. Heißt im Groben: Keine Steuern für zehn Jahre, vorausgesetzt, ein bestimmter Umsatz wird erreicht und Arbeitsplätze werden geschaffen. Die Sonderwirtschaftszone in Grenznähe, sagt Reinhard Schulze, Vizepräsident des Unternehmerverbandes Brandenburg-Berlin (UVBB), sei ein Wettbewerbsvorteil für Polen.

Der UVBB hatte mit dem Arbeitnehmerverband Lubuskie (OPZL) am Donnerstag Protagonisten aus der Wirtschaft beiderseits der Neiße nach Guben eingeladen. Dabei ging es um die Beantwortung der Frage, was nötig ist, um deutsche und polnische Unternehmen im grenznahen Raum enger zusammenzubringen. Im Strukturwandel, so Schulze, sei das wichtiger denn je. Geht die Kohle, müssen neue Wege gefunden werden, sagt er, etwa der Blick über die Grenze.

Der gestaltet sich allerdings mitunter schwierig, denn die Voraussetzungen für Unternehmen sind unterschiedlich. "Das ist schon ein anderes Land", sagt Wiedei, nennt Arbeitszeitmodelle und Urlaubsansprüche als Beispiele. In Guben gibt es bereits Anstrengungen, einige Unterschiede abzubauen und aus einer Konkurrenzsituation eine Kooperationssituation zu machen. Krzysztof Zdobylak, in der Gubener Stadtverwaltung zuständig für internationale Kontakte und Stadtrat in Gubin, erklärte, wie das EU-geförderte Projekt "Zwei Rathäuser - eine Eurostadt" unter anderem zu einer gemeinsamen Wirtschaftsförderung der beiden Städte führen soll. Mit der deutsch-polnischen Buslinie gingen beide Städte einen ersten Schritt in Richtung gemeinsame Infrastruktur. In Gubin soll ein Integriertes Stadtentwicklungskonzept erstellt werden nach deutschem Vorbild, das die Entwicklung beider Städte skizziert.

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