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Caravan- und Wohnmobil-Markt boomt

Ausstatter Cowan will Lagerkapazitäten erweitern

In der ehemaligen Gubener Baywa-Halle werden die Bezüge genäht. Vor allem in der Produktion arbeiten viele Mitarbeiter aus Polen, im Verkaufs- und Verwaltungsbereich eher Mitarbeiter aus Deutschland. Näherinnen zu bekommen, sei inzwischen sehr schwierig geworden, so Geschäftsführerin Cornelia Hoppe. Das Unternehmen sucht auch Polsterer, Technologen, aber auch Sachbearbeiter, die die Kunden beraten. FOTO: LR / Jürgen Scholz

Guben. Fast unbemerkt ist in Guben mit Cowan ein Zulieferbetrieb für Wohnmobil- und Caravanhersteller gewachsen, der im Firmenverbund dieses Jahr einen Umsatz von 13 Millionen Euro anpeilt und rund 270 Mitarbeiter in Polen und Deutschland beschäftigt.

Der Wohnmobil- und Caravanmarkt boomt. Davon profitiert ein Zulieferer wie Cowan. Das Unternehmen stellt im polnischen Nowogrod für die Serienfertigung alles her, was einen Caravan wohnlich macht: Polster, Bezüge und Stoffe. Speziellere Anfertigungen für Händler und Einzelkunden werden in Guben produziert. Das geht bis hin zu einer eigens entwickelten Matratze mit Lattenrost, die mehr als vier Kilogramm leichter ist als vergleichbare Produkte. „Gutzeit“ nennt sich die Reihe, deren Konstruktion auch mit einem Patent geschützt ist.

Wenn jedes Kilo beim Gesamtgewicht zählt, ist das ein Vorteil, so Cornelia Hoppe. Vor allem, wenn nach und nach die jüngeren Generationen Wohnmobile für sich entdecken, die mit ihrem Autoführerschein aber nur noch Fahrzeuge bis maximal 3,5 Tonnen Gesamtgewicht steuern dürfen. „Das fällt uns noch auf die Füße“, ist sich die Geschäftsführerin der Cowan Textiles GmbH sicher.

Darauf will die Unternehmerin aus Guben vorbereitet sein, die schon verschiedene Richtungswechsel in den vergangenen zwei Jahrzehnten vollzogen hat. Denn ursprünglich wurden Möbel produziert. Die Erfahrungen, die Cornelia Hoppe bei der Just-in-Time-Belieferung von Polen nach Deutschland noch vor dem EU-Beitritt Polens gemacht hat, kamen ihr 2009 zugute. Damals stellten Wohnmobil- und Caravan-Hersteller im Zuge der Wirtschaftskrise ihre Produktion um von einer kostenintensiven Lagerhaltung auf die bedarfsgenaue Lieferung von Produktionsteilen. Zu den Cowan-Kunden gehören Unternehmen wie Westfalia oder die Erik Hymer Gruppe, zu der unter anderem die Marken Hymer, Bürstner und Dethleffs gehören, aber auch Capron, das im sächsischen Neustadt mittlerweile 11 500 Fahrzeuge jährlich herstellt.

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