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Im vergangenen Jahr standen dem Jobcenter 6,5 Millionen Euro für Leistungen zur Eingliederung von arbeitslosen Hartz IV-Empfängern zur Verfügung. Sie wurden für Arbeitgeberzuschüsse, für 1,50 Euro-Jobs von 343 Personen und für Qualifizierungen ausgegeben. „Es ist eine große Herausforderung, unsere Kunden von einer Qualifizierung zu überzeugen. Nicht bei allen gelingt das“; so Anja Miersch. Nach ihrer Aussage sind nur etwa 3,4 Prozent der arbeitslosen Hartz IV-Empfänger noch so dicht am Arbeitsmarkt, dass sie innerhalb von einem halben Jahr integriert werden können. „Alle anderen brauchen unsere Unterstützung“, sagt sie.

Jugendliche zum Beispiel können vor Beginn einer Ausbildung ein Praktikum von bis zu einem Jahr absolvieren, um zu sehen, ob es passt. Das, so Anja Miersch, werde gut genutzt. Bei Erwachsenen schauen die Berater nach der Vorbildung und suchen nach Möglichkeiten, darauf aufzubauen. Eine Chance ist auch eine komplette Umschulung in einen neuen Beruf. Das, so die Geschäftsführerin, sei aber oft schwierig, weil es sich um verkürzte Ausbildungen handelt und die Voraussetzungen nicht vorliegen. Gängig sind Umschulungen bei einem Träger und in einem Praktikumsbetrieb, so Anja Miersch. Möglich ist auch die sechsmonatige Ausbildung in Modulen. Wer mehrere Module erfolgreich absolviert hat, der kann zur Prüfung zugelassen werden. „Das ist allerdings nur in wenigen Berufen möglich. Wir haben das im vergangenen Jahr in den Bereichen Lager, Verkauf und Metall durchgeführt“, so Anja Miersch.

2018 haben 51 vom Jobcenter betreute Frauen und Männer eine Umschulung und eine abschlussorientierte Fortbildung absolviert. 670 Personen nahmen bei Trägern an Maßnahmen teil, die ihnen helfen sollen, sich auf eine Qualifikation  vorzubereiten. Schwierig ist es vor allem für ältere arbeitslose Hartz IV-Empfänger, sich noch einmal auf die Schulbank zu setzen. Das betrifft knapp die Hälfte der Langzeitarbeitslosen. „Sie sind am längsten aus dem Arbeitsprozess raus und nur bedingt bereit, sich beruflich neu zu orientieren. „An der Motivation zur Arbeit fehlt es den über 55-Jährigen oft nicht, aber viele erfüllen einfach nicht mehr die Voraussetzungen, die auf dem Arbeitsmarkt benötigt werden. Außerdem spielen die Mobilität, gesundheitliche Einschränkungen und die Bereitschaft von Arbeitgebern, Älteren eine Chance zu geben, eine Rolle“, sagt Anja Miersch.

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