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Herzberg

Es muss ja nicht gleich die große Politik sein

Herzberg. In Herzberg sollen Kinder und Jugendliche mehr Mitspracherecht erhalten. Doch wie stellt man das an?

Nach der Änderung der Kommunalverfassung des Landes Brandenburg haben die Herzberger Stadtverordneten, wie die meisten Kommunalparlamente im Elbe-Elster-Kreis, Ende vergangenen Jahres die Einwohnerbeteiligungssatzung der Stadt neu gefasst. Bisher waren Beteiligungsformen wie Einwohnerfragestunde, Einwohnerversammlung Einwohneranträge, Bürgerentscheide oder Bürgerbegehren festgeschrieben. Diese wurden in der neuen Satzung um die Einwohnerbefragung, Anliegerversammlungen, die Beteiligung der Bürger an der Haushaltsdiskussion und die Sicherstellung der Beteiligung und Mitwirkung von Kinder und Jugendlichen ergänzt.

Um das Mitwirken von Kindern und Jugendlichen am Stadtleben in Herzberg, vielleicht sogar auf politischer Ebene in Form eines Jugendparlaments, ging es auch im jüngsten Ausschuss für Jugend, Kultur, Bildung und Sport. Teilgenommen haben an der Beratung einige Kinder und Jugendliche (fast ausschließlich Mädchen) der Clajus-Oberschule, des Gymnasiums und aus dem Grundschulbereich der Clajus-Schule. Sie durften an der Diskussion mitwirken.

Diese zeigte schnell, dass Herzberg als Kleinstadt ohne Kino, ohne spezifische Jugendeinrichtung (außer kleinere Jugendclubs in Ortsteilen) und ohne Diskothek nicht gerade ein Schlaraffenland für die jungen Leute ist. Außerhalb von Schule und Vereinen liegt die Jugendarbeit in der Stadt ziemlich am Boden. Hinzu kommt, dass die Gruppe der Kinder und Jugendlichen nicht nur wegen der verschiedenen Altersgruppen naturgemäß wenig homogen ist. Es gebe Jugendliche, die viele Veranstaltungen besuchten, die sehr engagiert und auch politisch interessiert seien. Andere wüssten einfach nichts mit sich anzufangen und wieder andere würden nur Chaos anrichten, charakterisierte eine ältere Schülerin die Situation. Einen klassischen Jugendklub sahen die Mädchen nicht als Allheilmittel an. Der würde nur ein bestimmtes Klientel bedienen, von dem sich andere dann fern hielten, meinten sie.

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