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Landtagswahl 2019, Wahlkreise 36 und 37 Elbe-Elster

Ist das das Aus für die Sozialdemokratie im Landkreis Elbe-Elster?

Die letzte SPD-Bastion in Elbe-Elster ist gefallen. „Die Widerständige“, wie sich Barbara Hackenschmidt selbst bezeichnet, hat den Einzug in den Landtag verpasst. Damit gibt es keinen SPD-Vertreter in verantwortungsvoller politischer Führungsposition mehr in dem südbrandenburgischen Landkreis. FOTO: Heike Lehmann

Elbe-Elster. Freude, Enttäuschung, Wundenlecken und eine bittere Erkenntnis  – am Tag nach der Landtagswahl in Elbe-Elster steht auch hier die politische Landschaft Kopf.

Sie sagt erst gar nichts am Telefon. Und dann diesen Satz: „Wir haben nüscht mehr.“ Um nach kurzem Innehalten anzufügen: „Keinen Bürgermeister mehr, keinen Amtsdirektor, bald nicht mal mehr ein Büro.“ Barbara Hackenschmidt (SPD) aus Betten bei Finsterwalde hat im Landtagswahlkampf ihr Mandat verloren. Im Jahr 2004 hat sie für ihre Sozialdemokraten den Wahlkreis noch direkt geholt, 2009 und 2014 ist sie als Nachrückerin eingezogen. Und nun ist Schluss für die 64-Jährige.

Ist das der Todesstoß für die schon seit vielen Jahren schwächelnde Sozialdemokratie in Elbe-Elster? Manche Ortsgruppen existieren gar nicht mehr, bei den meisten trifft sich nur noch eine Handvoll Genossen. Dabei hat Barbara Hackenschmidt, die letzte Frontfrau der SPD im Landkreis – auf ihrer Internetseite bezeichnet sie sich als „Die Widerständige“ – ein starkes Ergebnis eingefahren.

Sie ist dem Wahlsieger der zurückliegenden Legislatur, Rainer Genilke (CDU), so dicht auf den Fersen gewesen wie lange nicht. Doch auch der muss sich dem AfD-Kandidaten Peter Drenske am Ende geschlagen geben. Im Vergleich zu Barbara Hackenschmidt darf Rainer Genilke aber weiter nach Potsdam fahren. Der Listenplatz 11 beschert ihm den Wiedereinzug in den Landtag. Euphorisch ist er deshalb nicht. Zu groß sind die Stimmenverluste seiner Partei. Und nun? Wie weiter mit der Partei und Parteichef Ingo Senftleben?

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