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Wider der Natur

Mensch greift ein, um der Heide zu helfen

Während einer Arbeitspause erklärt Carsten Schiller (l.) Revierleiter Holger Baumgartl die Funktionsweise des Spezialsägekopfes des Harvesters. FOTO: Sven Gückel

Züllsdorf. Der Bundesforst schafft in der Annaburger Heide Lebensraum für seltene Tiere.

Würde man der Natur freien Lauf lassen, müsste die Annaburger Heide einen neuen Namen erhalten. Denn Heidelandschaften, frei von Bäumen und mit Heidekraut besetzt, sind eigentlich künstlich geschaffene Flächen. Gleichwohl sind sie für viele Pflanzen und Tiere ein wichtiger Lebensraum.

Sobald wärmende Sonnestrahlen dauerhaft den Frühling einleiten, zwitschert, summt und brummt es wieder in der Annaburger Heide. Das Areal ist ein wichtiger Lebensraum für unzählige Vögel und Insekten geworden. Viele von ihnen benötigen die hier vorhandenen Biotopstrukturen, eine offene Heidelandschaft und Sandmagerrasen. Bedingungen, wie sie teilweise in der Annaburger und der Glücksburger Heide vorherrschen. Ohne menschliches Zutun wäre das aber nicht möglich. „Die Natur“, sagt Holger Baumgartl, Leiter des zur Annaburger Heide gehörenden Reviers Heidemühle, „würde Freiflächen innerhalb weniger Jahre komplett bewalden.“ Einzig Feuer oder andere Naturereignisse ermöglichen es hierzulande, dass Heidelandschaften kurzfristig entstehen.

Um der Heide jedoch auch langfristig eine Chance zu geben, greift der Mensch aktiv ein. In der Annaburger Heide sind deshalb regelmäßig Forstmaschinen der Firma Stackelitz aus Coswig/Anhalt im Einsatz. Auf ausgewiesenen Heideflächen entfernen sie jungen, wilden Baumbewuchs. In Baumgartls Revier, das eine Gesamtfläche von 1860 Hektar aufweist, betrifft das etwa 15 Hektar. Mit geübtem Blick entfernt der Fahrer des speziell dafür ausgelegten Harvesters Nadelhölzer, die ein Ausbreiten der Heide verhindern. „Heidekraut verlangt nach nährstoffarmen Böden. Nadeln, Totholz oder Blätter sind daher ebenso unerwünscht wie der Schatten, den die Bäume spenden“, so Baumgartl. Einzig gut gewachsene Solitärbäume dürfen bleiben. Als Nist- oder Sitzgelegenheit für Vögel.

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