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NGG-Gewerkschaft: Gastgewerbe hat ein Imageproblem

13-Stunden-Schichten bald normal?

Die F 60 in Lichterfeld ist in Elbe-Elster ein touristischer Leuchtturm. 2018 haben sie 100 000 Menschen besucht. Seit der Eröffnung des Besucherbergwerks im Jahr 2002 wurden bereits 1,13 Millionen Besucher gezählt. FOTO: LR / Frank Claus

Elbe-Elster. Die Tourismusbranche meldet 240 000 Übernachtungen im Jahr 2018 in Elbe-Elster. Auf die Kehrseite der Zahlen macht die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) aufmerksam.

„Es fehlen hier zunehmend Fachkräfte. Aber nicht, weil sie nicht da sind, sondern auch, weil die Branche ein waschechtes Image-Problem hat“, sagt Sebastian Riesner, der Geschäftsführer der NGG-Region Berlin-Brandenburg.

Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz beschäftigt das Gastgewerbe nach Angaben der Arbeitsagentur rund 2000 Menschen, 2300 im Landkreis Spree-Neiße, 1300 im Elbe-Elster-Land. Und die haben immer extremere Arbeitszeiten. Zwar gehöre das Arbeiten am Abend oder am Sonntag für Hotelfachleute und Kellner fest zum Job. „Aber in den vergangenen Jahren sind die Schichten deutlich länger und die Erholungszeiten kürzer geworden. Das macht nicht jeder ewig mit“, so Riesner.

Er kritisiert insbesondere die Forderungen von Unternehmern, das Arbeitszeitgesetz zu lockern. „Geht es nach dem Dehoga-Bundesverband, dann sollen 13-Stunden-Arbeitstage bald zum Normalfall werden. Aber hier steht die Gesundheit der Beschäftigten auf dem Spiel. Nicht umsonst gibt es gesetzliche Grenzen“, so Riesner. Das Arbeitszeitgesetz schreibt eine Regelarbeitszeit von acht Stunden täglich vor. In Ausnahmefällen kann sie auf zehn Stunden ausgedehnt werden.

(pm/SvD)
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