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Frischer Anstrich für Aushängeschild der Stadt

Vandalen in Herzberg den Kampf angesagt

Dank privatem Engagements zeigt sich die Forsthütte heute wieder von ihrer schönen Seite. FOTO: Sven Gückel

Herzberg. Eine Herzensangelegenheit: Jagdpächter und die Stadt Herzberg nehmen sich des Forsthauses im Großbusch an.

Der Herzberger Stadtwald „Großbusch“ ist ein idyllisches Plätzchen. Mischwald und ausgedehnte Wiesen laden hier ebenso zum Verweilen ein wie die gut ausgebauten ländlichen Wege, auf denen nicht nur bei schönem Wetter Radfahrer und Jogger unterwegs sind. Einzig das Jagd- und Forsthaus ist seit Jahren ein Fleck der Schande und des Fremdschämens.

In Herzberg gibt es viele Schmierfinken. Zu viele. Ohne Rücksicht auf fremdes Eigentum greifen sie zur Spraydose, besprühen Wände, Mauern und Häuser. Mit teils wirren Parolen ohne geistigen Inhalt. Zeichen dieses Vandalismus finden sich überall im Stadtgebiet. Besonders übel hat es das Forst- und Jagdhaus im „Großbusch“ getroffen. Ende des 19. Jahrhunderts als Arbeitsdomizil für die Herzberger Stadtförster errichtet, diente es denen Jahrzehnte als Büro und Ausgangspunkt städtischer Jagden. Mit Gründung der DDR wurden Wald und Gebäude dem städtischen Jagdbezirk unterstellt, ehe beides nach der politischen Wende 1990 wieder in kommunalen Besitz überging. Mehrfach wurde das Forst- und Jagdhaus seither saniert. Ein kleiner Naturlehrpfad in direkter Nähe zum Haus war willkommener Anlaufpunkt für Kindergärten und Schulen, auch Radwanderer nutzten diesen und die dazugehörigen Sitzgelegenheiten gern für eine wohlverdiente Pause.

Mit den willkommenen Gästen kamen aber auch die Vandalen. „Immer öfter registrierten wir Schmierereien am Gebäude. Letztendlich wurden massive Schädigungen am Haus vorgenommen, bis hin zur Demolierung des Daches“, erläutert Sven Ziehe, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Herzberg. Selbst ein Feuer wurde im Objekt gelegt. Vor gut drei Jahren fasste die Stadt daher den Entschluss, kein weiteres Geld in das Forsthaus zu investieren. „Die Kosten waren inzwischen unverhältnismäßig hoch“, rechnet Ziehe vor. Finanziert wurden die Arbeiten zumeist aus Verkaufserlösen, den die Stadt mit Holz erzielte, das im 160 Hektar großen städtischen Wald geschlagen wurde. Erst im Spätsommer 2018 nahm sich der Bauhof zwischenzeitlich wieder des Geländes an und beräumte um Umfeld des Forsthauses illegal entsorgten Müll. Auf Kosten der Gemeinschaft. Das Forsthaus selbst aber behielt weiter sein trauriges Antlitz. Beschmiert, demoliert, eine Heimstatt der Chaoten. „Dieser Zustand war nicht mehr hinnehmbar“, verdeutlicht Guido Lehmann. Gemeinsam mit Uwe Fritzsche, wie er Jagdpächter im Herzberger Forst, organisierte Lehmann am Gebäude eine grundlegende Sanierung. „Hier waren schon unsere Großväter jagen, daher ist es uns eine Herzensangelegenheit, das Forsthaus zu erhalten“, betont er. Darüber hinaus, fügt Lehmann an, erachten die hiesigen Jäger das Gebäude samt Umfeld als ein Aushängeschild der Stadt. Einmal im Jahr werde hier eine Drückjagd durchgeführt, an der mittlerweile Gäste aus ganz Deutschland teilnehmen. „Sie dann in dieser Dreckecke zu empfangen, war schon unangenehm“, blickt er zurück.

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