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Der 72-jährige Unternehmer, der seit 1966 mit der Berufsausbildung zu tun hat, vermisst unter heutigen Schulabgängern Grundkenntnisse, die Gleichaltrige zu DDR-Zeiten aus dem Polytechnischen Unterricht mitbrachten. „Damals konnten sie mit einem Körner umgehen, wussten, wie man sich an einem Schleifstein verhalten muss“, sagt Erwin Hoffmann. Auch sei eine ganz andere Lust am Lernen vorhanden gewesen. Heute müsse man auf die Jugendlichen zurückgreifen, die „übrig bleiben“, nicht zum Gymnasium gehen. Und auch da sei es schwer. Im produktiven Bereich gebe es weniger Probleme, jedoch vor der Theorie bemerke er regelrecht Angst. Zuletzt hatte Erwin Hoffmann bei der Ausbildungsmesse in Schlieben nur drei Interessenten an seinem Stand. Die meisten seien zu den Ständen der Sparkasse, der Agentur für Arbeit und der Bundeswehr gegangen. Fritz Thor macht deutlich: „Die Entwicklung der Technik geht weiter. Nur mit Hilfskräften etwas aufbauen zu wollen – das hält kein Meister durch.“ Nach seiner Überzeugung muss sich bessern, was junge Leute von der Schule her mitbringen. Erwin Hoffmann: „Wir brauchen eine Schulreform, einheitlichen Lehrstoff in allen Bundesländern, wenn die Wirtschaft nicht untergehen soll.“ An die Adresse von Ministerpräsident Dietmar Woidke richtet er die Kritik: „Der fährt immer dahin, wo es funktioniert.“

Torsten Winkler, Sonderpädagoge an der Förderschule „Lernen“ in Finsterwalde, ist seit 1983 Lehrer. Er beklagt, dass immer mehr Zeit statt in die Stundenvorbereitung in Bürokratie fließe. „Jede Schule bastelt ihren eigenen Plan für den WAT-Unterricht.“ Für die Lehrer ergreift er Partei. 99,9 Prozent würden ihr Bestes geben, jedoch mit hausgemachten strukturellen Fehlern zu tun haben, die von der Politik nicht gesehen würden. So fehle es an Sonderpädagogen. Auch in den Berufsschulen.

„Die Inklusion ist für Handwerksbetriebe ein Weg, neue Mitarbeiter zu gewinnen“, sagt Christian Jakobitz. Dieser Weg koste viel Kraft und Zeit, könne sich aber auch lohnen. Jeder Fall sei einzigartig. Ebenso individuell und verschieden seien die zu lösenden Probleme und Herausforderungen. Diese überfordern die Betriebe teilweise – trotz gewährter Zuschüsse zur Ausbildungsvergütung. Man müsse den Jugendlichen jemanden zur Seite stellen, der aber gleichzeitig in der Produktion gebraucht werde, verdeutlicht Erwin Hoffmann die Problematik. An Vorarbeitern fehle es zudem. Einig ist man sich an diesem Nachmittag in der Runde: „Wir dürfen nicht aufgeben. Diese Diskussion muss fortgesetzt werden.“ Ellen Lösche will im Frühjahr erneut zu einem Forum einladen. Und dann die Politik mit an den Tisch holen.

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