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Hoher Besuch

Woidke wirft mit Milchkannen und hilft Keglern

Nach der Pflanzaktion durfte Dietmar Woidke sich im Milchkannenweitwurf beweisen. FOTO: Sven Gückel

Polzen. Der Ministerpräsident besuchte Samstag den Ulmenhof in Polzen, den Kegelverein Bernsdorf und „Menschen für Menschen“ in Doberlug-Kirchhain.

Ein besonderes Jubiläum verdient einen besonderen Gast. Aus Anlass des 25-jährigen Bestehens der Miteinander GmbH stattete Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Samstagmittag dem Ulmenhof in Polzen einen Besuch ab — einer Einrichtung, die sich um die Betreuung Suchtkranker kümmert. Er sei stolz darauf hier sein zu dürfen, betonte Woidke. Dabei schloss er die Tatsache ein, dass auch Regine Hildebrandt der Einrichtung sehr nah stand und sie mehrfach besuchte. „Für euer Vorhaben habt ihr einen guten Namen gewählt - Miteinander. Denn das ist es, was diese Einrichtung ausmacht”, sagte der Ministerpräsident und fügte ein Zitat von Hildebrandt an: „Kinder, der wahre Sinn des Lebens ist das Miteinander!”
Insgesamt 52 Mitarbeiter beschäftigt die GmbH gegenwärtig, betreut in vier Wohneinrichtungen 63 stationäre Klienten, wovon 16 in Polzen ein Zuhause gefunden haben. Ihr Aufenthalt reicht von einem Jahr bis dauerhaft, so Gesellschafterin Prof. Annette Hoppe. In der Leitung des Unternehmens stehen ihr ihr Mann Dr. Fritz Hoppe und Tochter Lydia Hoppe als Geschäftsführer zur Seite.

Neben der stationären Behandlung und der Suchtbehandlung von Klienten übernimmt die Miteinander GmbH in drei Landkreisen auch Leistungen für psychisch Kranke, leistet Schulsozialarbeit, Migrationsarbeit, Familienhilfe und unterhält in Cottbus den Jugendclub „M-Eck“.
Ziel der Arbeit sei es, so Annette Hoppe, den Menschen die Wiedereingliederung in die Gesellschaft zu ermöglichen. Dazu gehört auch, dass sie befähigt sind, ein eigenständiges Leben zu führen. Bei manchen sei das Krankheitsbild allerdings so stark ausgeprägt, dass dies nicht mehr möglich ist, ergänzte Lydia Hoppe. Um so wichtig sei es deshalb, ihnen eine sinnvolle Arbeit zu geben. Denn etwas Produktives zu schaffen, vermittle Stolz und verschaffte Anerkennung.

Einen Teil der Arbeit konnte sich Woidke selbst vor Ort ansehen – das Museum des Ulmenhofes. In ihm haben die Klienten unter Anleitung eine Handwerkerstrecke errichtet, wobei alle Leistungen, außer der Elektrik, von ihnen selbst ausgeführt wurden. Jedes Jahr am Freitag vor dem ersten Advent organisiert die Miteinander GmbH hier einen Weihnachtsmarkt, der sich inzwischen überregional großer Beliebtheit erfreut.
Ein großer Garten, der sich dem Ulmenhof anschließt, dient teilweise der Selbstversorgung der Bewohner. Dietmar Woidke brachte deshalb einen jungen Apfelbaum als Geschenk mit, den er im Beisein der Trägerfamilie Hoppe und vieler Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung pflanzte. Dabei gab Annette Hoppe das Versprechen, dem Ministerpräsidenten den ersten geernteten Apfel zukommen zu lassen. Ein Geschenk hatte man für ihn auch parat - einen nach einer Rezeptur aus dem Jahr 1700 gebackenen Lebkuchen. Den zu essen, musste Woidke aber noch warten. Erst einmal war er sportlich gefordert. Auf dem Ulmenhof ist es Tradition, in außergewöhnlichen Aktivitäten die Kräfte zu messen. Dazu gehört auch der Milchkannenweitwurf. Mit 4,56 Meter sicherte sich Dietmar Woidke durchaus die Anerkennung der Zuschauer.

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