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Handwerk

72 Lehrlinge im Kreis Bautzen werden zu Gesellen

Zünftig in ihrer Berufsbekleidung waren die frisch gebackenen Dachdeckergesellen erschienen.FOTO: Uwe Menschner

Das Handwerk boomt: Mehr junge Leute als in den Vorjahren haben den Gesellenbrief erhalten. Das hat Gründe.

Die Wege ins Handwerk sind vielfältig. Philipp Skotowski aus Nebelschütz hat das Abitur in der Tasche, die ganze Welt steht ihm offen. Doch er geht in die Tischlerei auf der gegenüberliegenden Straßenseite, macht dort ein Praktikum und beginnt etwas verspätet das erste Lehrjahr. Jetzt, drei Jahre später, hat er den Gesellenbrief in der Tasche und gehört zu den acht (Ex-)Lehrlingen im Landkreis Bautzen, die ihre Prüfung mit „gut“ abgeschlossen haben. Damit zählt er zu den Besten und hat sich eine Extra-Vorstellung im Rahmen der alljährlichen, von der Kreishandwerkerschaft organisierten Freisprechung verdient.

In seinem Betrieb, der Tischlerei Ziesche, ist Sorbisch die normale Umgangssprache. „Erst nach einer Woche merkt der Meister, dass sein Stift alles verstanden hat“, sagt Geschäftsführerin Sabine Gotscha-Schock schmunzelnd in ihrer Laudatio. Philipp, dem die Ausbildung auf der CNC-Maschine besonders gut gefallen hat und der sich in der freiwilligen Feuerwehr seines Heimatortes engagiert, darf sich jetzt als Geselle auf vielfältige Aufgaben zwischen Dresden und dem Spreewald freuen.

So wie Philipp Skotowski haben 72 junge Männer und Frauen im Sommer ihre Gesellenprüfung bestanden. Sie dürfen sich jetzt Bäcker, Fachverkäufer, Bürokaufmann, Dachdecker, Fleischer, Friseur, Maler, Maurer oder Tischler nennen. „Die Zahl liegt höher als in den letzten Jahren, offenbar haben wir die Talsohle durchschritten“, freut sich Kreishandwerksmeister Frank Scholze.

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