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Hoyerswerda

Der alltägliche Schrecken

Kuratorin Christl Wickert (r.) erklärt den Gästen und Schülern den Aufbau der Wanderausstellung. Sie ist bereits an 20 Orten gezeigt worden. FOTO: LR / Sascha Klein

Hoyerswerda. Neue Ausstellung im Johanneum zeigt medizinische Versorgung in einem KZ.

Ein erstickender Gestank schon am Eingang des Krankenlagers, überall Blut, Eiter, leidende und stöhnende Menschen. Von diesem unmenschlichen Alltag erzählt die Wanderausstellung „unmöglich, diesen Schrecken aufzuhalten“, die seit Dienstag im Hoyerswerdaer Johanneum zu sehen ist. Sie zeigt die medizinische Versorgung durch Häftlinge im Frauen-Konzentrationslager Ravensbrück zwischen 1939 und 1945.

Diese Ausstellung ist zugleich der Beginn eines neuen Projektjahres von „Wider das Vergessen“. Dabei setzen sich Zehntklässler der Hoyerswerdaer Schulen mit dem Nationalsozialismus und seinen Auswirkungen auseinander. Das Projekt gibt es inzwischen seit 23 Jahren. Eine ganze Generation Hoyerswerdaer Schüler hat sich mit diesem Thema beschäftigt.

Hoyerswerdas Bürgermeister Thomas Delling (SPD) sagte zur Eröffnung, auch heute gebe es Menschen, die den Nationalsozialismus noch immer verniedlichten. Dabei sprach er direkt AfD-Bundessprecher Alexander Gauland an, der die Zeit von 1933 bis 1945 geschichtlich einen „Fliegenschiss“ genannt hatte. „Das hieße ja, die Zeit wäre unbedeutend gewesen“, sagte Delling. „Aber es ist kein Fliegenschiss.“ Der Nationalsozialismus habe eine schwere Zeit über Deutschland und ganz Europa gebracht. Bis zu 65 Millionen Menschen sind während des Zweiten Weltkriegs zu Tode gekommen.

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