Hoyerswerda

Auszeit von Mexiko im Seenland

Kira Potowski (29) wohnt in Mexiko-Stadt - einer Millionenmetropole. Dort hat sie, mitten im Zentrum, eine Wohnung mit ihrem Freund Genaro (33) und Hund Amperio. Zu dritt unternehmen sie am Wochenende gerne Ausflüge in das ruhigere Umland von Mexiko-Stadt. FOTO: Kira Potowski

Hoyerswerda . Die Geierswalderin Kira Potowski lebt und arbeitet in einer Millionenmetropole. Ihr liebstes Urlaubsziel: das beschauliche Seenland. Rückkehr-Pläne hat sie nicht. Künftig würde sie viel lieber weitere Lausitzer im sonnigen Mexiko begrüßen.

Sobald Kira Potowski ihre Wohnung verlässt, wird es hektisch. Hetzende Menschen mit Aktenkoffern, hupende Autofahrer mit Stressfalten auf der Stirn, heiße Luft mit Abgasen versehen – seit drei Jahren teilt sich die gebürtige Hoyerswerdaerin ihre Stadt mit sage und schreibe 20 Millionen anderen Menschen. Die Metropolregion von Mexiko-City zählt zu den größten dieser Erde. Kira Potowski hat sie zu ihrer Wahlheimat auserkoren.

Und das, obwohl sie weitaus ruhigere Gefilde gewohnt ist: Direkt am Geierswalder See steht das Familienhaus der Potowskis, hier ist Kira groß geworden. Doch mittlerweile verschlägt es die Projektmanagerin nur noch zweimal pro Jahr in die Lausitzer Heimat. So wie in diesen Tagen - ganze drei Wochen verbrachte die Weltenbummlerin Weihnachten und Jahresbeginn bei Familie und Freunden. „Ich habe vor allem die Ruhe sehr genossen“, erzählt Kira. Entspannt nippt sie an einem Glas Apfelschorle. In alle Himmelsrichtungen ist sie mit dem Fahrrad ausgeströmt, hat die Seen umrundet und Aussichtstürme erklommen. All das kennt sie zwar schon. „Aber“, sagt sie, „man merkt, dass hier etwas passiert. Ich entdecke bei jedem Besuch etwas Neues.“ Ob das Segelinklusionszentrum am Geierswalder See oder die Schleusen zwischen den Gewässern – „das Lausitzer Seenland wird immer schöner und attraktiver, natürlich besonders für Touristen“, betont Kira. Insgesamt habe die Region einfach super viel zu bieten. Sie selber hat Ausflüge nach Dresden, Berlin und Görlitz unternommen. Alles Städte, die gut und schnell von der Lausitz aus erreichbar sind. Und sie gibt zu: „Im Sommer werde ich schon ein wenig wehleidig, wenn ich die Bilder aus der Heimat sehe.“ Denn wenn sie zu Besuch ist, dann meist in der kühleren Jahreszeit.

Neben der Liebe zur Lausitzer Landschaft macht auch ihr kulinarisches Herz einen Sprung, wenn sie am elterlichen Esstisch Platz nimmt. „In Mexiko gibt es keinen Quark, geschweige denn Leinöl“, klagt die sportliche Frau. Auch das leckere deutsche Brot findet sie in ihrer neuen Wahlheimat, wo derzeit verlockende Temperaturen um die 25 Grad herrschen, in keinem einzigen Geschäft.

Trotz vieler lobender Worte für die Region – eine Rückkehr steht nicht im Terminkalender von Kira Potowski. Warum nicht? „Sonne macht glücklich“, sagt sie lächelnd. Bei grauem Himmel und Regenwetter müssen die Glücksgefühle einfach allzu oft „im Verborgenen“ bleiben. Das merkt sie auch als Besucherin in der Lausitz. „In Zentralamerika haben die Menschen einfach immer ein Lächeln im Gesicht.“ Bessere Laune, ein freundlicheres Miteinander, etwas mehr Rücksicht – das würde sich die ehemalige Studentin auch von den Leuten hier wünschen.

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