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Lauta

Dauerstreit um ein Merkzeichen

Klaus Schiemenz ist gehbehindert, kann nur wenige Meter mit Gehhilfen zurücklegen. Trotzdem verweigert ihm der Landkreis seit knapp zehn Jahren ein passendes Parkzeichen. FOTO: LR / Sascha Klein

Torno. Klaus Schiemenz aus Torno ist stark gehbehindert. Nach einigen Schritten geht es nicht mehr weiter. Für das Recht, auf allen Behindertenparkplätzen parken zu dürfen, ist der 78-Jährige aber nicht gehbehindert genug.

Lokaltermin bei Klaus Schiemenz in Torno: Der 78-Jährige sitzt vor seinem Haus – im Rollstuhl. Ziel ist der Gartenpavillon einige Meter weiter. Schiemenz steht aus dem Rollstuhl auf, nimmt seine Gehhilfen. Jeder Schritt ist eine Qual. Ganz langsam geht er Richtung Garten. Strecken, die gesunde Menschen innerhalb weniger Sekunden ohne nachzudenken gehen, werden für Schiemenz zu einer echten Herausforderung.

Im Gartenpavillon angekommen, zückt der Rentner einen Aktenordner. Er ist voll mit Schreiben zwischen dem Landratsamt Bautzen und ihm. Seit gut acht Jahren führt er einen Kampf, den er irgendwann einmal hofft zu gewinnen. Was Schiemenz will: nichts Unmögliches. „Ich brauche dringend das Merkzeichen aG“, sagt er. Die Abkürzung „aG“ steht für „außergewöhnliche Gehbehinderung“. Damit könnte er auf jedem Behindertenparkplatz im Land parken. Das wiederum würde Schiemenz im Alltag extrem helfen. Denn: Länger als ein paar Schritte laufen ist für ihn unmöglich.

Unter anderen Querschnittsgelähmte haben Anrecht auf ein solches Merkzeichen, Doppelober- oder -unterschenkelamputierte. Klaus Schiemenz hat aber eine andere Krankheit: Morbus Bechterew. Das ist eine schmerzhafte, chronisch verlaufende entzündlich-rheumatische Erkrankung, die sich vor allem an der Wirbelsäule auswirkt. Bei Klaus Schiemenz hat es mit den Kniegelenken angefangen, dann kam die Hüfte dazu. Schmerzen Tag und Nacht. Die Probleme beim Gehen seien von Jahr zu Jahr schlimmer geworden, sagt er. Inzwischen gehe es hauptsächlich darum, die Schmerzen irgendwie zu lindern. Ganz weg gehen sie nie mehr.

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