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Friedhof bei Schnee und Frost

Auch im Winter wird gestorben

Enrico Sommer vor seinem Arbeitsgerät, einem Minibagger.FOTO: Rainer Könen

Hoyerswerda. Grabstellen im Winter auszuheben, das ist harte Arbeit. Bei Bodenfrost kommt auf dem Kühnichter Waldfriedhof der Presslufthammer zum Einsatz.

Minustemperaturen mit Eis und Schnee haben Anfang Februar Hoyerswerda geprägt. Der Winter zeigte sich wieder von seiner rauhen Seite. Gartenbesitzer und Landschaftsgärtner kommen da nicht auf die Idee, der Erde mit Spaten und anderem Gerät zu Leibe zu rücken. Bei den Friedhöfen hingegen sieht das hingegen anders aus. Dort müssen selbst bei widrigstem Winterwetter die Verstorbenen unter die Erde kommen. Zeitnah, versteht sich. Ganz egal, wie tief und hart der Boden gefroren ist. So ist das auch auf dem Kühnichter Waldfriedhof.

„Bei frostigem Boden wird unsere Arbeit zeitintensiv“, erzählt Enrico Sommer. Ihm gehört ein Gartenbaubetrieb in Königswartha. Er und seine Mitarbeiter  heben auf dem Kühnichter Waldfriedhof Grabstellen aus. Sie erledigen, was „früher die Friedhofsarbeiter hier gemacht haben“, sagt Ilona Pfeiffer, Leiterin der Friedhofsverwaltung. Doch dieses Personal habe man nicht mehr. Deren Job hat seit dem Jahr 2006 Sommers Firma übernommen. Steht eine Erdbestattung in Kühnicht an, rückt Enrico Sommer mit einem Bagger an. Ist der Boden tief gefroren, macht dieser jedoch meist schlapp. „Da muss ein Presslufthammer her“, erklärt der Königswarthaer.

Allein das Ausheben  eines 2,20 Meter langen, 90 Zentimeter breiten und 1,80 Meter tiefen Grabes dauerte im Winter, früher mit zwei Friedhofsarbeitern, fast einen ganzen Tag. Wenn der Boden einen halben Meter gefroren ist, brauchen Sommers Mitarbeiter eine Weile, bis sie zu den weichen Bodenschichten vorgedrungen sind. „Bis zu vier Stunden kann das dauern“,  berichtet der Firmeninhaber. Ilona Pfeiffer hat schon etliche Winter auf dem Kühnichter Waldfriedhof erlebt. Darunter waren auch harte und sehr frostige, mit Temperaturen von bis zu minus 20 Grad.

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