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Aber deswegen eine Beisetzung kurzfristig absagen, weil man den hart gefrorenen Boden für eine Grabstelle nicht rechtzeitig aufbrechen konnte? Nein. Auch im Winter werde gestorben, sagt die Leiterin der Friedhofsverwaltung, folglich müssten geplante Beisetzungen auch im tiefsten Winter stattfinden. Unabhängig davon, wie tief der Boden gefroren sei. „Geht nicht, gibt es nicht“ lautet daher die Devise auf dem Kühnichter Waldfriedhof.

Und wenn es hart auf hart kommt, werde zu unkonventionellen Methoden gegriffen. Kündigen Meteorologen heftigen Frost an, „werden die Grabstellen mit Holzbohlen und einer darüber gelegten Plane abgedeckt“, erklärt Ilona Pfeiffer. So gefriert der Boden erst gar nicht. Holzkohle auf vorgesehene Grabstellen zu schütten, sie anzuzünden und über Nacht durchglühen zu lassen, um den Boden für die am nächsten Tag anstehenden Erdarbeiten aufzutauen, so etwas „kommt bei uns jedoch nicht in Frage“, so Ilona Pfeiffer.

So etwas ist in Schweden und Russland auf Friedhöfen üblich. Die Gefahr eines Waldbrandes sei da zu hoch, begründet Ilona Pfeiffer. Wer sich in einer Urne bestatten lässt, macht den Grabaushebern weniger Arbeit. „Da geht es schneller voran“, beschreibt es Enrico Sommer. Zwar kommt man bei gefrorenem Boden auch hier oft nicht um den Einsatz eines Stemmgerätes herum, aber das zu grabende Loch hat überschaubare Ausmaße. Es ist 70 Zentimeter tief und 30 Zentimeter breit.

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