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IG Metall greift hart an

Heftiger Tarifstreit bei Maja Möbel in Wittichenau

Auf der grünen Wiese bei Wittichenau entstanden und ausgebaut: das Maja-Möbelwerk. Der Name geht auf den Firmengründer Manfred Jarosch zurück. FOTO: Maja - Möbelwerk GmbH

Wittichenau. Im Tarifstreit bei Maja-Möbel Wittichenau, einer Hochleistungsfabrik für Leichtbauplatten aus Holzfaserrahmen für Ikea-Produkte, wird mit harten Bandagen gekämpft. Die Industriegewerkschaft Metall Ostsachsen zeigt sich im Billiglohn-Gebiet Lausitz so angriffslustig wie nie zuvor. Die Maja-Unternehmensführung ringt um einen wirtschaftlich tragfähigen Tarifabschluss.

Im Maja-Möbelwerk Wittichenau (Landkreis Bautzen), einer Hochleistungsfabrik für Leichtbauplatten aus Holzfaserrahmen mit stabilisierenden Innen-Papierwaben, werden hoch automatisiert Regale, Schubladen-Elemente und Lack-Kommoden für den schwedischen Möbel-Riesen Ikea gefertigt. Zum Billigpreis für den selbst aufbauwilligen Endverbraucher. Das gehört zur Firmenphilosophie im Weltkonzern des Sparens und bedeutet aber auch: Mitarbeiter arbeiten hier zum Niedriglohn.

In der niedrigsten Entgeltgruppe haben Hilfskräfte bis zu 600 Euro weniger in der Lohntüte als Kollegen an vergleichbaren Arbeitsplätzen in tarifgebundenen Unternehmen der Holz- und Kunststoffbranche. Das erklärt Jan Otto, der Erste Bevollmächtigte der Industriegewerkschaft (IG) Metall in Ostsachsen. Die Leute arbeiteten im Maja-Möbelwerk zum Mindestlohn und nähmen das zu Recht nicht mehr kampflos hin.

Um die Tarifbindung wird derzeit hart gestritten. „Die faire Entlohnung der Mitarbeiter durch Einführen des Flächentarifs würde die hier hergestellten Möbel für den Endverbraucher nur um einen bis 1,30 Euro teurer machen“, rechnet der Gewerkschafter vor. Und damit bliebe Ikea noch immer locker der Sparfuchs im Möbelgeschäft.

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