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Lesung des Kunstvereins

Wie weltbekannte Autoren Hoyerswerda sehen

Lesung im Rahmen Boulevard Altstadt: Helene Schmidt (r.) und Heidrun Dietrich tragen Werke über Hoyerswerda vor.FOTO: Katrin Demczenko

Hoyerswerda. Viele Geschichten kann das über 750-jährige Hoyerswerda erzählen, und einige haben weltbekannte Autoren und Menschen aus der Lausitz aufgeschrieben.

Damit diese Erinnerungen immer wieder zum Nachdenken über die Entwicklung der Stadt anregen können, stellt sie der Hoyerswerdaer Kunstverein in Lesungen auch vor.

Auf dem Hof der Fleischerei Sinapius haben die Kunstvereinsmitglieder Helene Schmidt und Heidrun Dietrich kürzlich aus dem vom Verein 1998 herausgegebenen Buch „Hoyerswerda – Literarische Spiegelungen“ und aus Brigitte Reimanns weltbekannten Roman „Franziska Linkerhand“ gelesen. Eine von Johann Kasper aufgeschriebene sorbische Sage und einfühlsam vorgetragene Verse des bekannten Dichters Kito Lorenc ließen das einfache Leben der Bauern vor der Industrialisierung lebendig werden. Heidrun Dietrich lieh Konrad Zuse ihre Stimme und las aus seiner Autobiographie vor, in der er aus seiner Gymnasiastenzeit im Hoyerswerda der 1920er-Jahre erzählte. Das Reformrealgymnasium mit seinen modernen Unterrichtsmethoden und die damals schon technisierte Umwelt führten den jungen Mann dazu, Ingenieur zu werden und später die weltweit erste vollautomatische, programmgesteuerte, freiprogrammierbare Rechenmaschine, den Computer, zu bauen.

1955 begann eine neue Zeit für Hoyerswerda und die Lausitz mit dem Aufbau des Gaskombinates Schwarze Pumpe, dessen historische Grundsteinlegung der Autor Jurij Koch damals als junger Journalist miterlebt hatte. Helene Schmidt las seine Erinnerungen an die Rede des Ministers vor, die Heidebauern als künftigen Proletarier sah, die die DDR mit genügend Stadtgas und Briketts versorgten. Doch Jurij Koch hatte auch die Lutken nicht vergessen, „die nun bald vor den stählernen Riesen fliehen würden“ und den „modernen Spatenstich“. Der Minister hatte mit dem Raupenschlepper erste Bäume niedergewalzt, die weichen mussten für neue Kraftwerke und Brikettfabriken.

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