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Fabelhafter Bus

Techniklabor rollt im Bus umher

Schauen gespannt in den 3D-Drucker: Der Betreuer Lennart Schierling vom Dresdner Verein Constitute und der Teilnehmer Mathias Trautmann (vorn) im Lab-Mobil, das von jetzt an regelmäßig in Hoyerswerda Station macht.FOTO: Anja Guhlan

Hoyerswerda. Ein großer schwarzer Bus macht jetzt regelmäßig als Fab-Mobil an der Kulturfabrik Hoyerswerda Halt. In seinem Inneren können Interessierte Zukunftstechnologien testen und eigene Projekte kostenlos umsetzen.

Da steht es: Das schwarze Fab-Mobil. Direkt vor dem Hoyerswerdaer Bürgerzentrum. Die Türen des umgebauten Doppeldecker-Buses stehen offen und laden zum Eintreten ein. In dem Bus befindet sich Lennart Schierling. Der 29-Jährige hat ein abgeschlossenes Elektrotechnik-Studium hinter sich und betreut im Auftrag des Dresdener Vereins Constitute ab sofort alle zwei Wochen, immer mittwochs, die Teilnehmer im Fab-Mobil. „Das Fab-Mobil ist ein fahrendes Technik- und Kunstlabor  vollgepackt mit modernster Technik  zum Anfassen und Ausprobieren“, erklärt Lennart Schierling. Im Bus befinden sich 3D-Drucker, Lasercutter,  CNC-Fräsen, Bohrmaschinen und anderes Werkzeug, Computer in allen Formen und noch jede Menge andere Zukunftstechnologien. Auch eine kleine Wissensbibliothek und einige Arbeitsplätze zieren das Innenleben des Fab-Mobils.

Neugierige Jugendliche und auch der 32-jährige Mathias Trautmann sind am  vergangenen Mittwoch in das Fab-Mobil gestiegen. Während die 13- und 14-jährigen Jugendlichen erst einmal sich nur umschauen und informieren wollen, ist Mathias Trautmann schon mit einer eigenen Projektidee zum Zukunftslabor gekommen. „Ich interessiere mich seit etwa einem halben Jahr stark für den 3D-Druck“, erklärt er. So hat er sich kurzerhand aus dem Internet Programme zum Modellieren und Konzipieren von 3D-Modellen heruntergeladen und an einem ersten Projekt gewerkelt. „Entstanden ist jetzt ein 3D-Modell einer Vorrichtung zum Auspressen von Bolzen“, meint er. Mathias Trautmann benötigt dieses Modell als Präsentationsmittel in seinem beruflichen Umfeld. „Ich finde es leichter, mittels eines 3D-Modells ein Produkt oder einen Vorgang besser darzustellen und leichter zu visualisieren“, ist sein Argument. In dem Fab-Mobil erhält der Hobbytüftler noch die letzten Tipps für seine 3D-Konstruktion und dann kann er sein Modell auch mittels eines modernen 3D-Druckers ausdrucken. Ganze 55 Minuten dauert der Druck des komplexen Modells, das die Vorrichtung im Maßstab 1:10 druckt.

„Dieses Angebot hier ist großartig. Es gibt tolle Einblicke in moderne Technik und es steht jemand mit Rat und Tat zur Seite“, so das Fazit von Mathias Trautmann aus Hoyerswerda. Die Jugendlichen wollen auch wiederkommen und in der Zwischenzeit eigene Ideen entwickeln. „Die Möglichkeiten sind groß - ob selbstgeschnittene Schilder aus Plastik oder Holz, selbstgedruckte 3D-Modelle, Ersatzteile für Geräte, kleine Robotik-Projekte oder eigene Kunst- oder Designideen“, erläutert Lennart Schierling. Die Nutzung ist dabei ohne  Kosten und Anmeldung möglich.  „Wir wollen Jugendliche, aber auch alle anderen Interessierten dafür begeistern, sich mit technischen und kreativen Prozessen vertraut zu machen. In Anbetracht der vielen Möglichkeiten, die es heutzutage mittlerweile gibt, kommen eigene kreative Prozesse leider viel zu kurz.  Das wollen wir perspektivisch ändern“, meint der Betreuer.

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