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Entwürdigende Zeit im Gefängnis

In der Sonderausstellung des Niederlausitz-Museums erinnern sich Jakob Bittermann, Rolf Schröder, Hans-Curt von Pannwitz und Günter Schönherr (v. l.) an ihre Zeit als politische Häftlinge in Luckau.FOTO: B. Keilbach/bkh1

Luckau. Es sind Lebenserinnerungen, die so unglaublich sind, dass sie einem den Atem stocken lassen. Doch dieses Ausmaß von Willkür der sowjetischen Besatzungsmacht, menschlicher Demütigung und entwürdigender Behandlung von Gefangenen ist historische Tatsache. Drei Zeitzeugen kehrten an den Ort vieler Qualen und Erniedrigungen zurück.

Sie berichteten über ihre Erlebnisse, die sich auch hinter den Mauern des früheren Luckauer Gefängnisses ab 1950 zugetragen haben. Im Klostersaal der heutigen Kulturkirche erinnert nichts mehr an die Zustände, die vor mehr als 60 Jahren dort herrschten. Die drei hochbetagten Männer jedoch, die am Samstag im Podium Platz nehmen, haben sie bis heute nicht vergessen. Rolf Schröder, Jakob Bittermann und Günter Schönherr berichten über eine Zeit ihres Lebens, die für viele im Auditorium nur schwer vorstellbar ist.

Rolf Schröder war im Oktober 1945 mit 30 anderen Jugendlichen in Malchow vom sowjetischen Geheimdienst (GPU) willkürlich verhaftet worden. "20 von uns kamen in den GPU-Keller von Waren. Mit vielen Druckmitteln wurde versucht, Geständnisse zu erpressen", erinnert sich Rolf Schröder. Zwischen 13 und 16 Jahren alt waren sie. Ihr Verbrechen: Sie wären "Aufrührer gewesen", hätten der Nazi-Organisation "Werwolf" angehört oder Spionage betrieben, erzählt Rolf Schröder. Doch sie waren Jugendliche, die gerade den Krieg überstanden hatten und keineswegs die erbitterten Feinde des kommunistischen Regimes, als die sie betrachtet und deshalb verhaftet wurden. Auch Jakob Bittermann zählte zu ihnen. Schon im August 1945 war er in Malchow verhaftet worden. Am 28. März erfolgte die Verurteilung durch das sowjetische Militärgericht in Güstrow. "Das erste Urteil galt dem 16-jährigen Heinz Birkholz. Er wurde zum Tode verurteilt und gleich abgeführt", berichtet Jakob Bittermann. Die erstickende Stimme lässt erahnen, wie tief sich dieses Erleben in seinem Inneren eingebrannt hat.

Günter Schönherr wurde zum Verhängnis, dass seine Tante mit Freunden im Westen Deutschlands Kontakt hielt. Die Tante sei 1951 im Zuchthaus Hoheneck umgekommen. 1949 wurde er nachts verhaftet und ins GPU-Gefängnis nach Halle gebracht. "Man kommt in eine Zelle und stellt fest, dass man plötzlich seiner eigenen Entscheidungsfreiheit beraubt war", beschreibt er seine damalige Situation. Während er noch denke, das müsse ein Irrtum sein, wird ihm das Haar geschoren. Es folgen monatelange nächtliche Verhöre. "Das Schreckliche dabei: Man soll gestehen, wo es nichts zu gestehen gibt." Zu zehn Jahren Lagerhaft verurteilte ihn das sowjetische Militärtribunal (SMT).

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