ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Für das Leben stark machen

„Ich will ohne Drogen leben“

Kaffeetafel zum Start der neuen Wohngruppe in der JVA Luckau-Duben. Der Anstaltsleiter Hanns-Christian Hoff (vorn) spricht mit den weiblichen Gefangenen über das neue Projekt. Die Frauen haben ihre Straftaten unter dem Einfluss von Suchtmitteln begangen.FOTO: Andreas Staindl

Duben. Wie weibliche Gefangene in der JVA Duben gegen ihre Sucht kämpfen.

In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Luckau-Duben verbüßen auch Frauen ihre Haftstrafe. Mehr als 70 Prozent von ihnen haben vor ihrer Inhaftierung „in einem erheblich schädigenden Ausmaß legale und illegale Suchtmittel konsumiert“, wie Robert Holzenkamp, Suchttherapeut in der JVA, erklärt. Der Suchtmittelmissbrauch steht ihm zufolge im Zusammenhang mit den Straftaten der Frauen.

Sandra R. hatte jahrelang Drogen genommen, wie sie erzählt. „Sie gehörten einfach dazu.“ Jetzt sitzt die 34-Jährige wegen erpresserischem Raub im Knast. Ob ihr das auch ohne Drogensucht passiert wäre? „Ich weiß es nicht.“ Doch eines steht für sie fest: „Ich will künftig ohne Drogen leben.“ Die Justizvollzugsanstalt in Luckau-Duben hilft ihr dabei. Sie hat eine Wohngruppe für weibliche Gefangene mit Suchtproblematik eingerichtet. Ziel ist es, die Frauen für ein Leben ohne Alkohol und Drogen stark zu machen. „Wir sind gespannt, ob das Projekt erfolgreich sein wird“, sagt der Anstaltsleiter Hanns-Christian Hoff. „Denn anders als im Bereich des Männervollzugs haben die weiblichen Gefangenen oftmals nur eine kurze Freiheitsstrafe zu verbüßen. Das erfordert eine intensivere Herangehensweise.“

Ein halbes Jahr läuft das Projekt, das jetzt offiziell gestartet ist. Elf Frauen machen mit. Sie beteiligen sich freiwillig wie Robert Holzenkamp sagt. Er will gemeinsam mit weiteren Experten den weiblichen Gefangenen helfen, ihren Weg aus der kriminalitätsfördernden Sucht zu finden, um künftig „ein Leben in zufriedener Abstinenz zu führen“.

top