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Nadine R. will das unbedingt. „Sonst bekomme ich meine drei Kinder nicht zurück“, sagt die 32-Jährige. „Ich hoffe, dass mir die Gespräche während der Gruppetherapie helfen.“ Auch sie hat nach eigenen Angaben jahrelang Drogen konsumiert, ist schließlich straffällig geworden, sitzt wegen Beschaffungskriminalität seit 2017 in der JVA Luckau-Duben. „Ich sehe die Haftstrafe als eine große Chance für mich.“

So wie bei ihr, sind auch bei anderen Frauen des Projekts die Kinder das stärkste Motiv, es zu schaffen, sich von der Sucht zu befreien. Laurinda W. hat einen Sohn erzählt sie. Und der muss insgesamt viereinhalb Jahre auf seine Mutter verzichten. Die 32-Jährige sitzt wegen Beschaffungskriminalität im Knast. Wie es so weit kommen konnte? „Alkohol, keine Arbeit, jahrelange Obdachlosigkeit. Ich hatte acht Jahre lang keinen festen Wohnsitz.“ Die junge Frau wirkt sehr nachdenklich, sagt: „Ich will lernen, was ich tun kann, wenn nicht alles glatt läuft, erwarte Tipps für ein Leben ohne Alkohol.“ Laurinda W. will ihr Leben ändern. „Ich brauchen dafür Leute, die mir den Rücken stärken.“

J. Kowal (37) will ihr, aber auch den anderen Teilnehmerinnen, helfen. Die Bedienstete der JVA ist in das Projekt eingebunden. Sie hat sich zur Suchttherapeutenhelferin weitergebildet. Ihre Erfahrungen als Krankenschwester in einer Psychiatrie im Landkreis Dahme-Spreewald werden ihr helfen. „Ich möchte den Gefangenen Denkanstöße geben, mit ihnen über ihre Sucht reden.“ Gearbeitet wird in Gruppen, die sich regelmäßig treffen. Alltäglich ist das Projekt nicht. „Eine solche Behandlungsmöglichkeit für Frauen in einem Gefängnis gibt es nur selten in Deutschland“, sagt Hanns-Christian Hoff. Im Männerbereich der JVA in Luckau-Duben gibt es ihm zufolge seit 13 Jahren eine Wohngruppe für Gefangene mit einer Suchtproblematik. Wer dort mitmachen möchte, muss mindestens noch zwei Jahre Gefangenschaft vor sich haben, für Frauen sind es nur sechs Monate. Ihre Wohngruppe unterscheidet sich von anderen Haftbereichen des Gefängnisses. Die Zellen sind länger geöffnet, stehen statt zwei Stunden pro Tag bis zu sechs Stunden offen, wie Robert Holzenkamp erzählt.

Als weitere Motivation, sich von der Sucht zu befreien, soll demnächst eine Terrasse an den Wohnbereich angebaut werden. Auch nach ihrer Entlassung aus dem Gefängnis werden die Frauen nicht allein gelassen. „Wir kümmern uns auch um die Nachsorge, um Therapiemöglichkeiten in Freiheit“, sagt der Suchttherapeut. „Nur das sichert den nachhaltigen Erfolg unseres Projekts.“

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