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Kommentar

Stellvertreter ohne Rückenfreiheit

Jan SiegelFOTO: LR / Sebastian Schubert

Chris Halecker ist kein stromlinienförmiger Kommunalbeamter. Als Erster Beigeordneter ist er stellvertretender Landrat und gleichzeitig verantwortlich für das Dezernat Planung, Bauwesen und Umwelt – kein einfaches Terrain mit vielen Minenfeldern.

Um so wichtiger ist es da, dass der Mann oder die Frau, der oder die diese Position bekleidet, auch den Rücken frei hat, um souverän handeln und entscheiden zu können.

Diese Freiheiten hat Halecker nach dem hohen Strafbefehl gegen ihn nicht mehr. Er ist angreifbar. Spätestens als er in dem Untreueverfahren gegen ihn das Ergebnis der Vorermittlungen kannte und gesehen hat, wohin die Reise geht, hätte er seinem Vorgesetzten, Landrat Stephan Loge, alle Karten offen auf den Tisch legen müssen. Die außergewöhnliche Höhe der Strafe legt nahe, dass die Veruntreuung kein einmaliger Fehltritt gewesen ist.

Der Handlungsspielraum für Loge und die Disziplinaraufsicht im Innenministerium ist verschwindend gering. Chris Halecker kann auf seinem Posten nicht bleiben. ⇥jan.siegel@lr-online.de

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