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Kompromiss

Das Autoverbot ist vom Tisch

Pkw dürfen die schmale Trasse weiter nutzen. Ausweichstellen werden ausgebaut. FOTO: LR / Carmen Berg

Dahme. Bürgerwille siegt: Pkw dürfen weiter die Flughafenstraße von Schwebendorf zur B 102 benutzen.

Am Ende ging die Entscheidung der Stadtverordneten dieser Tage schnell und einstimmig über die Bühne: Die Landwirtschaftsstraße zwischen dem Ortsteil Schwebendorf und der Bundesstraße 102 bleibt für Fahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen offen. Die Abgeordneten folgten den Forderungen der Schwebendorfer Bürgerversammlung vom Mai sowie der benachbarten Ortsbeiräte aus Rosenthal und Schöna-Kolpien.

Rückblick: Im Frühjahr hatte die Verwaltung eine Sperrung der so genannten „Flughafenstraße“ für den Verkehr erstmals zum Beschluss gestellt. Nur noch Landwirtschaftsfahrzeuge sowie Fahrradtouristen sollten sie künftig befahren dürfen. Das sorgte für Aufregung bei  Anrainern, die die Trasse  als kürzeste Verbindung zwischen Schwebendorf und Rosenthal sowie zur Bundesstraße 102 nutzen. Sparen sie doch mehrere Kilometer gegenüber der offiziellen Ortsverbindung zwischen Schwebendorf und Dahme, einer maroden Betonpiste. Diesen Vorteil hat aber auch der überörtliche Verkehr aus Richtung Wittenberg, Elbe-Elster sowie in der Gegenrichtung aus Cottbus und dem Spreewald längst erkannt. „Fremde“ Kennzeichen sind in der Überzahl. Darunter sind Laster, die sich nicht an das bereits bestehende Fahrverbot für Brummis halten.

Das Problem: Die Straße ist dafür nicht ausgelegt. Sie wurde 2012 im Bodenordnungsverfahren mit Fördergeld als Landwirtschaftsstraße grundhaft saniert. Dabei wurde eine in Teilen bis zu 15 Metern breite Landebahn für Agrarflieger aus DDR-Zeiten auf einen vier Meter schmalen Streifen zurückgebaut. Pkw können sich begegnen, für den Gegenverkehr mit größeren Autos, Lastern und Landmaschinen wird es eng. Die Verwaltung beklagt zerfahrene Bankette, die schon mehrfach instand gesetzt werden mussten. Die jährlichen Kosten dafür beziffert das Rathaus auf 13 000 Euro. Sieben Ausweichstellen sind an der Straße vorhanden. Bürger fanden, es seien zu wenige Taschen, und sie seien zu kurz.  Deshalb sieht der neue  Beschluss eine Verlängerung der vorhandenen Ausweichstellen vor. Außerdem sollen im Bereich Schwebendorf zwei vorhandene Feldzufahrten zu einer zusätzlichen Tasche ausgebaut werden. Die Kosten dafür beziffert die Verrwaltung auf 20 000 Euro. Das sei insgesamt immer noch günstiger als die jährlichen Bankettsanierungen, rechnet Dahmes Ortsvorsteher Jürgen Reder (SPD) vor.

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