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„Sonnenallee“-Autor zu Gast in Luckau

Schöne Erinnerungen an eine unschöne Zeit

Autor Thomas Brussig im Gespräch mit Lisa Schiller und Thyra Friedrich im Anschluss an seine Lesung aus "Am kürzeren Ende der Sonnenallee". FOTO: LR / Liesa Hellmann

Luckau. Schriftsteller Thomas Brussig liest aus seinem Roman „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ im Luckauer Bohnstedt-Gymnasium.

„Jeder Mensch hat das Recht, meine Bücher nicht zu mögen.“ Mit diesen Worten leitet Thomas Brussig am Mittwoch seine Lesung vor Schülerinnen und Schülern des Bohnstedt-Gymnasiums ein. Der Satz provoziert Gelächter und den Verdacht, dass Brussig ihn wohl nicht zum ersten Mal vor einem jungen Publikum gesagt hat.

Thomas Brussig hat seinen 1999 erschienenen Roman „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ bereits häufiger in Auszügen vor Schulklassen gelesen. Manchmal komme er sich dabei vor wie der Opa, der vom Krieg erzählt, sagt Brussig scherzhaft. Der Roman spielt, wie auch Leander Hausmanns Film „Sonnenallee“, an dessen Drehbuch Brussig mitschrieb, in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren in der DDR. Eine Zeit also, die für die 16- und 17-Jährigen im Publikum ähnlich weit zurückliegt, wie die Erzählungen der antifaschistischen Widerstandskämpfer, denen Brussig lauschen musste, als er selbst ein Schüler war, erzählt der Autor. Wie sich herausstellt, kennen fast alle Schülerinnen und Schüler den Film „Sonnenallee“, kaum jemand jedoch das Buch. Auch das hat der Autor geahnt und liest deshalb Auszüge, die nicht Eingang in den Film gefunden haben.

„Ich mache mir keine Illusionen darüber, dass diese Zeit für die Schüler weit weg ist“, sagt Thomas Brussig. Doch bereits bei den ersten Sätzen seiner Figuren, die Brussig im breiten Berliner Dialekt liest, springt der Funke über.  Das liegt auch daran, dass seine Figuren Typisierungen sind, wie der Autor im anschließenden Gespräch mit den Schülerinnen erklärt. Die Figuren rund um die Hauptfigur Michael Kuppisch, genannt Micha, sind also nicht realen Menschen nachempfunden, sondern Typen, die man kennt.

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