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Zeitzeugen berichten

Zeitzeugen bringen DDR-Geschichte nahe

Karsten Köhler(r.) und Heinz Rothe (3.v.r.) gaben den Elftklässlern am Luckauer Gymnasium anschaulich Einblick in ihre persönlichen Erlebnisse während der DDR-Diktatur. FOTO: Birgit Keilbach

Luckau. Karsten Köhler und Heinz Rothe geben Gymnasiasten Einblick in eigenes Erleben der DDR-Diktatur.

„Wir wussten nicht, was Konterrevolution ist, aber das haben wir in der einen Woche gelernt“, sagt Karsten Köhler. Der Görlsdorfer erlebte, wie die DDR-Diktatur ihren Machtapparat einsetzte. Der Film „Das schweigende Klassenzimmer“ erzählt die Geschichte seiner Abiturklasse in Storkow (Landkreis Oder-Spree) aus dem Jahr 1956. Eine Woche lang wurden er und seine Klassenkameraden sowie deren Eltern verhört. „Es ist ein Scheiß-Gefühl, wenn man mit 17, 18 Jahren vor so einer Riege Männer sitzt“, bringt er sein Erleben den Schülern eines Kurses Politische Bildung am Luckauer Gymnasium nahe. Sie befassen sich aktuell mit den Themen DDR-Diktatur und Kalter Krieg.

Karsten Köhler aus Görlsdorf und der Luckauer Heinz Rothe sind Zeitzeugen, die aus ihrem eigenen Erleben über den Alltag in der Diktatur berichten. Als Pädagogik-Student saß Heinz Rothe 1960 neun Monate in Potsdam im Stasi-Gefängnis. „Im Urteil stand als Begründung, dass ich den ‚Spiegel‘ las.“

Zwar sei es Ende der 1950er-Jahre noch üblich gewesen, westliche wissenschaftliche Zeitungen zu haben, doch der „Der Spiegel“ war ein politisches Blatt. Und wer ihn las, machte sich verdächtig. „Man musste immer damit rechnen, verhaftet zu werden“, gibt der Luckauer Einblick in diese Zeit. Kritische Stimmen seien in keiner Diktatur geduldet. In Ungarn habe es damals eines der übelsten kommunistischen Regime gegeben, „wo kritische Kommunisten hingerichtet wurden.“ Dagegen wehrten sich die Ungarn im Oktober 1956 mit einem Volksaufstand, der blutig niedergeschlagen wurde.

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