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Die Wüste in der Lieberoser Heide

Die Wüste in der Heide lebt

Oberförster Peter Wöhl und sein Wachtel Bärli am Rande der Wüste in der Lieberoser Heide. FOTO: Norbert Gisder

Lieberose. Eine Wanderung mit Oberförster Wöhl durch die Lieberoser Heide.

Vergiss Atacama, Namib, Sahara. Die größte deutsche Wüste liegt vor der Haustür und – „Psst!“. Peter Wöhl, Revierförster in der Oberförsterei Lieberose, hält den Zeigefinger seiner Rechten vor die Lippen. Mit scharfem Blick mustert er den Horizont. „Da ist er.“ Wöhl folgt mit dem Arm einem rabengroßen dunklen Vogel, dessen Flug über dem Rand eines lichten Gehölzes von verkrüppelten Kiefern und Weißerlen unstet wirkt. Den Schwarzspecht hat der Ranger an seinen markanten Rufen erkannt. Und am Flugbild. Wöhl hat mit diesem schlanken Vogel zugleich eine Spezies ausgemacht, die zu den seltenen in der Lieberoser Wüste, Teil der Heide, gehört. Dieser so karge Fleck Brandenburgs hat alles – und noch viel mehr –, was das Erleben einer Wüste zum Abenteuer macht.

 Ein Dutzend Brandenburger und Berliner Städter hatte am Samstag die Gelegenheit, mit dem Revierförster den Naturraum zu erkunden. Wöhl machte aus der Exkursion an diesem bewölkten Samstag ein Erlebnis. Der kleine Trupp „Wöhl-Follower“ erlebte die Ranger-Qualitäten eines Naturmannes, dem dieses, vom Menschen geprägte, dennoch ökologisch so wertvoll gewordene Stück Niederlausitz vertrauter ist, als den meisten Menschen das Blumenbeet im eigenen Vorgarten. Dabei ist die Wüste immerhin fünf Quadratkilometer groß. Sie ist damit nicht nur die größte in Deutschland: Im Lauf von fast 80 Jahren – seit einem großen Waldbrand 1942 – wurde sie zu einer auch durch Geologie und Flora interessanten Formation. Intensive und vor allem im Sommer starke Thermik schafft über der Sandbüchse zwischen Lieberose, Jamlitz, Staakow, Schönhöhe, Großsee, Peitz, Byleguhre, Straupitz, Butzen und Lamsfeld ein eigenes Mikroklima.

Interssante, kleine Pflanzen haben sich entwickelt.FOTO: Norbert Gisder
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