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Erneut wird um ein gestalterisches Projekt in Lübben diskutiert

"Geschmacksverirrung": Rostige Stimmung rund um Parkplatz Burglehn

Zwei solcher braunen Stahlwände bilden den Eingang zum neuen Parkplatz Burglehn. FOTO: LR / Steven Wiesner

Lübben. Buchstabengarten, nackte Brüste und nun eine braune Stahlwand – nicht jedem gefällt, wie Lübbens Verwaltung die Stadt umgestaltet. Bürgermeister Kolan aber verteidigt den Mut gegen den Mainstream.

Über Geschmack lässt sich streiten. Das bekommen in diesen Tagen auch die Mitarbeiter der Lübbener Stadtverwaltung zu spüren, die in der vergangenen Woche den neuen Parkplatz Burglehn eingeweiht haben. Doch kaum jemand scheint sich an den 349 Pkw- und neun Busstellmöglichkeiten zu erfreuen, die neu entstanden sind und die Verkehrssituation in der Innenstadt entlasten sollen. Vielmehr wird nun über die Zierde gemeckert.

Zwei große Cortonstahl-Wände mit rostiger Färbung sollen den Parkplatz schmücken – doch für viele ist der Rost sehr schwere Kost. Auf Facebook haben einige Lübbener ihrem Unverständnis über die Gestaltung unlängst Luft gemacht. „Was Rost so kostet. Erstaunlich“, schrieb ein Bürger in Anlehnung an die nicht unerhebliche Bausumme von 1,1 Millionen Euro. Und ein anderer Bewohner fragte hämisch: „Das ist doch kein Parkplatz, sondern ein Schrottplatz, oder?“

Es kommt nicht zum ersten Mal vor, dass sich die Verantwortlichen in Lübben rechtfertigen müssen für ihre Versuche, gestalterische Akzente zu setzen in der Stadt. Schon die Inszenierung des Schlossumfeldes mit einem kleinen Buchstabengarten und roten Blumentöpfen ließ so manche Besucher mit den Köpfen schütteln. Und auch das Wandgemälde am Warmbad, das freizügige Damen zeigt, in der Form allerdings nicht von der Stadt in Auftrag gegeben wurde, hat vor vier Jahren eine muntere Diskussion über Kunst und Unsinn losgetreten. Eine weitere Stimme auf Facebook kommentierte deshalb: „Die Lübbener Verantwortlichen merken nicht, dass sie an Geschmacksverirrung leiden. Erst das grottenhässliche Wandgemälde, dann die roten Übertöpfe am Schlossplatz und nun die Krönung: Rost, wohin das Auge reicht. Und für alles werden tausende Euros verschwendet.“

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