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Berührende Ausstellung eines Lausitzer Konzentrationslagers

Jamlitz überlebt. Jamlitz lebt

Nach der Ausstellungseröffnung fanden sich die Hauptakteure des Projekts zum Gruppenbild zusammen (v.l.): Zeitzeuge Kurt Noack, die Schülerinnen Franziska Schwabe, Luise Stroisch, Meret Hoffman, Lilly Müller, Vianne Kuske, Lehrerin Heike Kaps-Bretschneider und Zeitzeuge Klaus Fehrmann. Es fehlt der Historiker und Ausstellungsleiter Andreas Weigelt. FOTO: LR / Ingvil Schirling

Jamlitz. Cottbuser Schülerinnen erinnern mit eindringlicher Ausstellung an die Geschichte des Lagers.

An der Suppenausgabe steht eine lange Reihe grauer Gestalten, die Gesichter leer, die Augen hohl. Sie warten, eine kleine Schale in der Hand, auf wässrige Magenfüllung. Wenn ein wenig Bodensatz dabei ist, ist es ein guter Tag. Zwei, drei schauen verstohlen über die Schulter des vor ihnen Stehenden: Wie lange noch?

Auf einen Blick sagt dieses Bild viel über das Speziallager Jamlitz. Es entstand während der Arbeit an dem Projekt. „Ich wollte nicht sterben!“, steht darunter, die Aussage eines Zeitzeugen, der als junger Mann wie so viele aus der Region verhaftet und ohne Anklage jahrelang interniert wurde. Viele verhungerten.

Unter Leitung von Historiker Andreas Weigelt haben sich sechs Cottbuser Schülerinnen der 8. und 9. Klasse mit der Geschichte des sowjetischen Speziallagers Nr. 6 in Jamlitz der Jahre 1945 bis 1947 auseinandergesetzt. Entstanden ist eine Ausstellung, die berührt. Bei der Eröffnung am Samstag im Bahnhof Jamlitz wurde deutlich, was es hieß, Jamlitz zu überleben. Und auch, dass Jamlitz heute lebt – trotz, wegen und mit seiner Geschichte.

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