Klezmer-Konzert

Fröhliche Stimmung in der Paul-Gerhardt-Kirche

Klezmer-Konzert in Lübben: „Harry´s Freilach“ aus Berlin spielten Klezmer-Musik am Sonntagabend in der Paul-Gerhardt-Kirche. FOTO: Andreas Staindl

Lübben. Trio „Harry´ s Freilach“ aus Berlin präsentiert mehr als eine Stunde Klezmer-Musik mit Liedern osteuropäischer Juden.

So schön kann ein Frühlingstag enden. Das Klezmer-Konzert setzte tatsächlich noch einen drauf und brachte den vergangenen Sonntag zu einem schönen Abschluss. „Harry´ s Freilach“ gastierten in der Paul-Gerhardt-Kirche mit Liedern osteuropäischer Juden. Das Trio aus Berlin begeisterte das Publikum von Beginn an, das war am Beifall deutlich spürbar. Schon nach dem ersten Stück gab es ordentlich Applaus der etwa 70 Zuhörer.

Das Eingangswerk hatte etwas von einem Gebet, ging dann in einen Tanz über. Klezmer-Musik ist etwas ganz Besonderes. Sie ist fröhlich, macht gute Laune, hebt die Stimmung. Ursprünglich bezog sich der Begriff klezmer auf die Musiker. Erst seit der Wiederbelebung der Musik in den USA in den 1970er Jahren wird der Begriff zur Bezeichnung der musikalischen Stilrichtung verwandt. Dass man mit nur drei Instrumenten eine solche Klangfülle erzeugen kann, ist ohnehin erstaunlich. Das Trio aus Berlin musizierte mit Klarinette, Akkordeon und Kontrabass. Hin und wieder war eines der Instrumente auch solo zu hören.

Und immer typisch Klezmer: Fröhlich und lebensbejahend, manchmal auch wild und intensiv. Eine Musik, die zum Träumen einlädt, die gedanklich in den osteuropäischen Raum entführt und von orientalischen Harmonien sowie Rhythmen beeinflusst ist. Sie nahm die Zuhörer auch am Sonntag in Lübben mit auf die musikalische Reise. Mit etwas Fantasie sah man Reiter mit Pferden über die weite Steppe galoppieren. Der flotte Ritt schien Mensch und Tier zu einer großen Hochzeit zu führen. Klezmer malt Bilder aus Klängen, erzählt quasi Geschichten. Tanzt da nicht ein Hochzeitspaar? Und wo sind eigentlich die vielen Gäste, die man zu hören scheint?

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