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Tag des offenen Ateliers

Kunst gibt Jamlitz Lebendigkeit zurück

Peter Löwe, Kurator der Kleinen Galerie Goyatz, besuchte am Samstag zum Jamlitzer Ateliertag auch das Gartenatelier „Pisspott“ und kam mit Friederike Seiffert, Urenkelin von Walter Kühne und Enkelin von Erich Seiffert, ins Gespräch. FOTO: Ingrid Hoberg

Jamlitz. Der Ateliertag ist ein Gemeinschaftsprojekt von Künstlern, an dem Bewohner des Ortes Anteil nehmen.

„Vorne Kunst, hinten Mist und in der Mitte blauer Dunst“, diesen Spruch aus alten Tagen haben Helmut Birke und andere Jamlitzer noch parat. Jamlitz war ein Bauerndorf und hatte in den 1920e-r bis 40er-Jahren eine Künstler-Kolonie. „In Jamlitz war viel los. Wir hatten hier alles“, sagt seine Frau Renate und erinnert sich beispielsweise an den Bahnhof. „Von Jamlitz aus konnte man bis nach Moskau fahren!“, sagt sie. Die Zeiten haben sich geändert, Gaststätten sind dicht, kein Kindergarten, keine Schule, keine Glashütte mehr. Umso mehr freut sie sich, dass das künstlerische Leben wieder Einzug gehalten hat.  So wie Helga Noack, die beim Jamlitzer Ateliertag gern Hildegard und Bernd Beck bei der Betreuung der Besucher zur Seite steht. „Das war hier mein Elternhaus“, erklärt Helga Noack die vielen Erinnerungen, die sie mit dem großen Grundstück verbinden.

Am Ende des Tages ist Friederike Seiffert einfach „überwältigt“, wie sie sagt. Mehr als 50 Gäste hat sie im Gartenatelier „Pisspott“ begrüßt und viele Gespräche geführt. Im ehemaligen Atelier ihres Urgroßvaters Walter Kühne (1875 bis 1956) und ihres Großvaters Erich Seiffert (1898 bis 1944) können sich Besucher einen Eindruck vom Schaffen dieser Künstler machen, die zum Ruf des Ortes Jamlitz als  Künstlerkolonie beigetragen haben.  „Mein Urgroßvater ist mit seinem Lehrmeister Franz Lippisch hergekommen“, erzählt sie einem jungen Paar, das aus Dresden zu einem Verwandtenbesuch in die Gegend gekommen war, und den Ateliertag zufällig entdeckt hat.

Bernd Beck und seine Frau Hildegard haben zum Jamlitzer Ateliertag auf ihr Grundstück Glashütte 2 eingeladen. Es ist nicht nur ein Refugium für den aus Berlin stammenden Künstler, auch Urlaubsgäste sind hier willkommen.FOTO: Ingrid Hoberg
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