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Ausstellung

Verwandtschaft, der „kleine Angsthase“ und eine Reihe Sitzender

Wogende Wellen über den dunklen Untiefen, ein Fischerboot mit hoffnungsfrohem roten Segel – diese Arbeit von René Graetz ist mit Lithografien und Siebdrucken ab Mittwoch in Lübben zu sehen. FOTO: Anne Schneider

Lübben. Arbeiten des Künstlers René Graetz werden ab Mittwoch in Lübben gezeigt.

Tiefblaues Wasser, graugrüne Untiefen und ein Fischerboot, das sich durch hohe Wellen kämpft, das japanrote Segel hoffnungsfroh gebläht. Eine Welle droht, über die Bordkante zu greifen. Ein Bild, das fesselt, Gedanken in Gang setzt, eine Geschichte erzählt. Warum ist das Fischerboot zu dieser Unzeit auf hoher See? Weiß es um den graugrünen Fels?

Das Titelbild der Ausstellung von René Graetz lässt eine besondere Schau erwarten. Arbeiten des Künstlers, 1974 verstorben, werden selten gezeigt. Das liegt auch daran, dass viele davon große Plastiken sind, die im öffentlichen Raum stehen, in Berlin, Bernau oder an der KZ-Gedenkstätte Buchenwald beispielsweise. Doch er war längst nicht nur Bildhauer. Zu sehen sein werden ab Mittwoch, 19. September, etwas mehr als 20 Lithografien und Siebdrucke sowie zwei Kaltnadelradierungen.

Doch wie kommt ein Künstler, aufgewachsen in Genf, der in Südafrika, Frankreich und London lebte und sich nach dem Krieg aus Überzeugung in Ostberlin niederließ, mit einer Ausstellung nach Lübben? Die Antwort: „Der Kämmerer des Dahme-Spreewald-Kreises, Stefan Klein, ist unser Neffe“, sagt Anne Schneider. Die Tochter von René Graetz verwaltet den Nachlass – und nicht nur den von ihm. Stefan Klein ist der Sohn der Schwester von Anne Schneiders Mann – und damit entfernt ebenso verwandt mit der Schöpferin des „kleinen Angsthasen“. René Graetz war ab 1944 mit der Künstlerin Elisabeth Shaw verheiratet. Die Grafikerin und Kinderbuchautorin verfasste neben diesem Klassiker der DDR-Kinderbuchliteratur viele andere bis heute sehr beliebte Geschichten und illustrierte bekannte Werke.

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