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Brauchtum im Spreewald

Spinnen, stricken, erzählen und singen

Handarbeit und gemütlich Plaudern machen Spaß. Gisela Christl (2.v.l.) hatte am Samstag zur Spinte in ihren wendischen Bauernhof in Steinkirchen eingeladen. FOTO: Andreas Staindl

Lübben/Steinkirchen. Handarbeit und gemütliches Plaudern mit Gisela Christl im wendischen Bauernhof in Steinkirchen.

Die zweite Spinte im wendischen Bauernhof in Steinkirchen ist Geschichte. Frauen aus verschiedenen Orten der Region trafen sich dort am Samstagnachmittag. Gisela Christl hatte sie auf den wendischen Bauernhof in Lübbens Stadtteil eingeladen.

„Das ist aber schön hier“, sagt Marianne Balzer, „richtig gemütlich. Hier fühlt man sich gleich wohl.“ Die frühere Chefin des Höllberghofs bei Langengrassau (Heideblick) ist das erste Mal bei Gisela Christl zu Gast und begeistert: „Der wendische Bauernhof ist eine gelungene Einrichtung mit Platz auch für größere Gruppen.“ Die Sitzplätze am Samstag hätten noch für weitere Gäste gereicht. Doch auch so ist es eine gemütliche, vor allem lustige Runde. Es wird viel erzählt, gesungen, auch gesponnen und gestrickt. „Ich mag diese Treffen“, sagt Irmgard Loos aus Zieckau (Stadt Luckau). „Man trifft mal andere Leute, kann sich wunderbar mit ihnen unterhalten, das bringt Abwechslung.“

Spinte sind eine lange Tradition. Junge, unverheiratete Mädchen trafen sich früher zu Handarbeiten, plauderten und sangen während der Wintermonate. Am Samstag anno 2019 im wendischen Bauernhof sind es gestandene Frauen, die einen gemütlichen Handarbeitsnachmittag erleben. Sieglinde Köckritz ist aus Wierigsdorf (Stadt Luckau) nach Steinkirchen gekommen. „Bei uns im Ort gab es früher auch Spinte“, erzählt sie. „Jetzt nutze ich die Angebote auf dem Höllberghof, und heute hier bei Gisela Christl. Ich fühle mich sehr wohl in solchen Runden. Sie bringen Abwechslung, und man kann mit anderen Frauen gemütlich plaudern. Das ist viel besser, als allein zu Hause zu sitzen.“

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