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Einladung vom Bundespräsidenten

Steinmeier ehrt Butzener Unternehmerin Gudrun Waske

Gudrun Waske zeigt die Einladung vom Bundespräsidenten, den sie am Freitag besuchen darf. FOTO: LR / Steven Wiesner

Schwielochsee. Gudrun Waske hat vor 26 Jahren einen Arbeitskreis für Unternehmerfrauen gegründet. Dafür interessiert sich jetzt sogar der Bundespräsident.

Es scheint ihr fast unangenehm zu sein. „Es geht nicht um mich, sondern um die Frauen“, sagt Gudrun Waske. Deswegen hat sie den Arbeitskreis „Unternehmerfrauen im Handwerk“ ja ins Leben gerufen vor mehr als 25 Jahren. Nicht um sich zu profilieren, sondern um eine Anlaufstelle für weibliche Fachkräfte zu schaffen. Als die Handwerkskammer Cottbus sie jüngst für ein Interview gewinnen wollte, brachte sie deshalb auch gleich den ganzen Arbeitskreis mit, um nicht allein im Rampenlicht stehen zu müssen. Doch so leicht kann sich die 62-jährige Butzenerin diesmal nicht aus der Affäre ziehen. An diesem Freitag nämlich bittet Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Gespräch. Und Gudrun Waske wird klar, dass es vielleicht doch um sie geht.

Als sie vor ein paar Wochen den Briefkasten öffnete, war die Verwunderung groß. „Na nu, hier kommt Post mit dem Adler drauf? Was haste denn jetzt verbrochen, dachte ich.“ Das Bundespräsidialamt entrichtete aber kein Schreiben nach Schwielochsee, weil Gudrun Waske etwas ausgefressen hatte – sondern weil sie etwas geleistet hat. „Ehrenamtliches Engagement stiftet Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, und es bringt Leben in unsere Demokratie“, schreibt die Pressestelle des Bundespräsidenten. Gudrun Waske hat sich mit dem Arbeitskreis und dessen Wirken für Frauen im Unternehmerwesen genau darum verdient gemacht.

1992, zehn Jahre nachdem die ausgebildete Bauingenieurin zusammen mit ihrem Mann vom Kraftwerk Jänschwalde ins Handwerk wechselte, um den Dachdeckerbetrieb des Schwiegervaters zu übernehmen, rief sie besagten Arbeitskreis mit weiteren Weggefährten ins Leben. Lange waren Frauen in den Betrieben bis dahin eher ein Anhängsel der Männer und nicht über den Statuts der helfenden Ehefrauen hinausgekommen. Doch mit ihrem Arbeitskreis bekamen die Frauen eine Stimme und die Möglichkeit, sich zu organisieren und weiterzubilden. „Mir lag immer am Austausch zwischen den Frauen und daran, Menschlichkeit in die Marktwirtschaft zu tragen.“

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