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Eine Eiche, zwei Meinungen

„Uschis Eiche“: Ein Baum sorgt für Diskussionen in Staakow

Diese Eulen-Plakette fehlte der Eiche auf dem Nachbargrundstück von Uwe Paulitz. Bevor sie unter Naturschutz gestellt werden konnte, wurde sie gefällt. FOTO: LR / Steven Wiesner

Staakow. 30 Jahre lang hat sich Uwe Paulitz um eine Eiche auf seinem Nachbargrundstück gekümmert. Nun ist sie gefällt worden – laut Paulitz zu Unrecht.

Wer Uwe Paulitz in letzter Zeit ein schönes Wochenende wünschen wollte, der kann schon mal des Öfteren ein „Nein, das habe ich nicht“ zu hören bekommen haben. Denn dem 57-Jährigen ist die gute Laune zuletzt ein wenig abhandengekommen. Die Ursache dafür ist ein Baum – oder besser gesagt die Tatsache, dass es eben jenen nicht mehr gibt.

30 Jahre lang hatte sich der Frührentner aus Staakow zusammen mit seiner Frau um eine große Eiche gekümmert, die auf seinem verwaisten Nachbargrundstück stand. Der Eigentümerin des Areals war es schon lange nicht mehr möglich, hier nach dem Rechten zu sehen. Also fühlte sich Uwe Paulitz fürs Straßenfegen, Rasenmähen, Laubharken und nicht zuletzt auch für den Baum verantwortlich. Mehr denn je, nachdem die ältere Dame vor sechs Jahren verstorben war. „Ich habe Uschi versprochen, dass ich mich um die Eiche kümmere“, sagt Uwe Paulitz und schiebt ernüchtert hinterher: „Jetzt muss ich zum Grab gehen und mich entschuldigen.“ Denn das Grundstück hat zwar einen neuen Besitzer, aber keine Eiche mehr. Der Baum ist vor einigen Wochen gefällt worden.

Dass es einen triftigen Grund dafür gegeben haben soll, die stolze 170 Jahre alte Pflanze mit dem Umfang von 4,40 Metern dem Erdboden gleichzumachen, zweifelt Uwe Paulitz stark an. Ein Rechtsanwalt habe ihm versichert, dass der Baum gar nicht hätte gefällt werden dürfen, da der Antrag, den Baum zu schützen, noch geprüft wurde vom Umweltamt und es sich somit um ein schwebendes Verfahren gehandelt habe. Die nun erfolgte Zuwiderhandlung könnte laut Rechtsanwalt sogar eine Ordnungswidrigkeit nach sich ziehen, erläutert Paulitz. „Ich will aber niemanden bestrafen und anzeigen“, sagt er. „Ich wollte doch nur den Baum schützen.“

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