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Hilfsaktion

Vorfreude auf Kinder aus Minsk

Brigida Melzer umringt von den Kindern aus Weißrussland, die der Verein jedes Jahr für drei Wochen in den Spreewald holt. FOTO: privat

Hilfsverein bietet 30 Jungen und Mädchen aus der Region Tschernobyl drei Wochen Erholung.

Am Donnerstag verwandelt sich der Parkplatz Lindenstraße wieder in den Platz der Tränen. Aber es werden Tränen der Freude sein, die bei den Gasteltern und den Ferienkindern aus Weißrussland in den Augen glitzern. Auch Brigida Melzer ist die Vorfreude anzumerken, selbst wenn sie gerade wieder sehr mit Rheumaschmerzen zu kämpfen hat. „Aber die Freude und der Optimismus der Kinder helfen mir“, sagt die Ehrenvorsitzende des Lübbener Kinderhilfsvereins für Tschernobyl.

Zum 23. Mal in Folge hat sich der 1996 gegründete Verein um die Reise für die diesmal 30 Kinder und Jugendlichen gekümmert. „Sieben von ihnen, im Alter zwischen sieben und neun Jahren, sind das erste Mal dabei“, berichtet Brigida Melzer. Möglich wurde dies, weil sich wieder neue Gasteltern gefunden haben. Und weil der Bus Platz für 47 Personen bietet, werde auch ein ehemaliges Gastkind mit Baby dabei sein, verrät sie. Tatsächlich entstehen über die Jahre enge Beziehungen zwischen Kindern und Gasteltern. „Die meisten der Mädchen und Jungen sind Waisen“, so Melzer. Weshalb der Verein die weißrussischen Kinder mehrmals einlädt. Auf diese Weise hätten die Gasteltern die Chance, die Kinder über einen längeren Zeitraum zu fördern. Die positiven Effekte seien größer als sie es bei einem einmaligen dreiwöchigen Aufenthalt wären. Die 82-jährige Lübbenerin berichtet, dass die Kinder sehr schnell Deutsch lernen. Teilweise seien sie das ganze Jahr mit ihren Gasteltern in Lübben, Wildau, Berlin-Spandau, Luckau, Burg oder Lübbenau im Austausch.

Brigida Melzer selbst begleitet und plant die Erholungsaufenthalte der Kinder aus der Region Tschernobyl seit 1990. Und da sie immer mit der Organisation betraut ist, war bei ihr selbst noch nie ein Kind zu Gast. Dafür hält sie Kontakt zum Weißrussischen Kinderfond, fährt selbst nach Minsk und bespricht im Kinderheim, für welche Kinder der Erholungsaufenthalt wichtig wäre.

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