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Handelsstraße verliert an Bedeutung

Wie belebt man die Breite Straße?

Die Breite Straße in Lübben hat viel Charme – aber sie könnte eben auch noch etwas mehr Leben vertragen. FOTO: LR / Steven Wiesner

Lübben. Die Breite Straße war einst die wichtigste Handelsstraße von Lübben. Doch sie hat stetig an Bedeutung verloren. Und sie wieder mehr zu beleben, ist gar nicht so einfach.

Würde man spotten wollen, könnte man sagen, das Sackgassenschild am Straßeneingang stünde symbolisch für die Breite Straße. Nun, ganz so ausweglos ist die Lage sicher nicht in der kleinen Einkaufsmeile. Sehr wohl aber sind der Breiten Straße gewisse Grenzen gesetzt. Nicht umsonst zermartern sich Händler, Wirtschaftsförderer und Vertreter der Stadt schon länger den Kopf darüber, wie sie dieser doch eigentlich so prominenten, aber eben auch ein bisschen eingeschlafenen Gasse wieder mehr Leben einhauchen können. „Wir wollen ja gar nicht diesen Trubel, den es auf dem Markt gibt“, sagt zum Beispiel Jasmeet Kaur, die hier mit ihrem Mann das indische Restaurant „Taj Mahal“ betreibt. „Aber ein bisschen mehr Leben könnte die Straße schon vertragen.“

Das sieht Karin Jacobsen, die Sachgebietsleiterin Stadtplanung in der Stadtverwaltung, genauso. „Die Breite Straße war nach dem Krieg lange die wichtigste Einkaufsstraße in Lübben, weil sie im Gegensatz zum Marktumfeld unzerstört geblieben ist“, erklärt Jacobsen. Diesen Status aber hat die Straße längst verloren. Der Stadtkern samt Marktplatz wurde wiederhergerichtet, während die Strukturen in der Breiten Straße kaum mitgewachsen sind. Ein Sorgenkind sei die Breite Straße zwar nicht, sagt Jacobsen, „aber es besteht Handlungsbedarf“.

Schon im Jahr 2014 wurde deshalb ein Einzelhandelszentrumkonzept erarbeitet. Aktuell gibt es erneut Überlegungen, wie man sich in der Breiten Straße breiter aufstellen kann. „Die Straße hat Potenzial“, sagt Karin Jacobsen. „Es wird nur nicht genutzt.“ Ein Gedankenspiel dreht sich beispielsweise um den Heilig-Geist-Platz, der am Waldeingang als Aufenthaltsoase verschönert werden soll. Ein neues Wegeleitsystem, das die Anbindung vom Bahnhof für Radfahrer und Fußgänger optimieren und durch die Breite Straße in die Innenstadt führen soll, werde gerade geschrieben und im Frühjahr 2019 erwartet. Und auch die Parkzeiten vor den Geschäften wurden testweise von einer Stunde auf zwei Stunden ausgeweitet, um zu schauen, ob es einen Effekt auf die Verweildauer der Kunden hat. „Wer zum Beispiel zum Friseur geht, braucht einfach ein bisschen Zeit“, sagt Bürgermeister Lars Kolan (SPD) und scherzt: „Das geht ja nicht bei jedem so schnell wie bei mir.“

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