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Kosten-Diskussion

Dreht Calau nochmal an der Kita-Gebührenschraube?

Nach massiven Protesten von Eltern über Kostensteigerungen von bis zu 130 Euro werden die Stadtverordneten nachdenklich – und rudern vielleicht wieder zurück.

Einiges anhören mussten sich am Mittwoch in Calau Rathaus-Mitarbeiter und Stadtverordnete im Sozialausschuss. Mehr als 20 Eltern kamen in den Jugendclub in der Mühlenstraße und machten unmissverständlich klar, dass sie die deftige Erhöhung der Beiträge für Krippen- und Kitaplätze laut neuer Beitragssatzung nicht hinnehmen.

In der Einwohnerfragestunde wollte Mandy Kunze, die dem Kita-Ausschuss mit Vertretern der Elternschaft, der Stadt und der Einrichtungen angehört, wissen: „Besteht die Möglichkeit, die Satzung noch einmal zu überarbeiten, sie gegebenenfalls sogar auszusetzen?“ Die Mutter zweier kleiner Kinder aus Calau wies auf Gebührenerhöhungen für ein Kind von mehr als 30 Euro, ja teilweise von mehr als 130 Euro hin. Kritikwürdig findet sie dabei vor allem, dass den Eltern in einer Ausschuss-Sitzung im Januar noch etwas ganz anderes erzählt worden sei. Von Verwaltungsseite war damals von allgemeinen Erhöhungen um die 30 Euro die Rede gewesen. Darauf habe man sich verlassen – und sehe sich nun überrumpelt. Als Vertragspartner hätten die Eltern angehört werden müssen.

Ein Vergleich der Kostentabellen aus der alten und der neuen Satzung zeigt, dass Mandy Kunze nicht übertreibt. So haben Eltern mit gemeinsam 2250 Euro Monatseinkommen bisher für 7,5 bis neun Stunden Kita-Betreuung 100 Euro gezahlt, war das Kind jünger als drei Jahre 118 Euro. Nun werden 132 Euro fällig für bis zu acht Stunden Betreuung, bei mehr als acht Stunden 164 Euro. Vor allem Eltern also, die voll beschäftigt sind oder aus anderen Gründen längere Betreuungszeiten in Anspruch nehmen müssen, seien „Leidtragende“, so Mandy Kunze.

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