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Reaktionen nach der Auszählung

Ernüchterung in Lübbenau

Logo Wahlen 2019 FOTO: LR / Janetzko, Katrin

Lübbenau. Kathrin Schneider (SPD) und Roswitha Schier (CDU) haben den Wahlausgang in Lübbenau verfolgt. Beide zeigen sich enttäuscht ob des Wahlsiegs von AfD-Mann Daniel Münschke.

„Überwältigt“ und “glücklich“. So beschrieb am Sonntagabend Daniel Münschke seine Gefühlslage, nachdem der Politik-Newcomer aus der Neißestadt Guben im Wahlkreis 40 satte 28 Prozent der Stimmen holte. Er schreibt den Erfolg unter anderem seinem Wahlkampf zu, in dem er bei vielen Auftritten mit zum Teil Volksfestcharakter mit den Menschen ins Gespräch gekommen sei und dabei offenbar zu überzeugen gewusst hat. Er sei in der Region auch kein Unbekannter. Der Vermögens- und Unternehmerberater hatte in Kolkwitz ein Büro und gute Kontakte in den Raum Vetschau. Münschke, der erst seit Ende Mai im Kreistag des Landkreises Spree-Neiße sowie in der Stadtverordnetenversammlung in Guben vertreten ist, wird nun also Berufspolitiker. Er freue sich darauf.

Berufspolitikerin ist die brandenburgische Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) schon länger. Dennoch lag sie mit 24,6 Prozent bei den Erststimmen hinter dem AfD-ler. „Bitter“ sei dies, sagte sie am Sonntagabend im Kartoffelgasthaus Knidle in Lübbenau, wo sie mit Sozialdemokraten aus der Spreewaldstadt die Auszählung verfolgte. Sie könne gar nicht sagen, was sie im Wahlkampf besser hätte machen können. Sie sei gut mit den Menschen im Gespräch gewesen, habe sich ihrer Probleme angenommen, wurde dabei auch bestens unterstützt. Doch komme man eben mit guten Argumenten nicht gegen Gefühle an. Aus einer schwer erklärbaren „diffusen Unzufriedenheit“ heraus, so ihre Einschätzung, haben Menschen AfD gewählt. Möglicherweise hänge diese mit Verlusterfahrungen nach der politischen Wende zusammen, gerade in ländlichen Regionen.

Tröstlich immerhin für Kathrin Schneider: Ihre SPD bleibt stärkste politische Kraft im Land Brandenburg. Dies sei das Wichtigste. Zumal es danach vor einiger Zeit nicht unbedingt aussah. Außerdem positiv für sie seien die vielen Kontakte, die sie in der Region in den vergangenen Wochen und Monaten knüpfen konnte. Dazu wäre sie sonst nicht gekommen. „Ich möchte den Wahlkampf nicht missen.“

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