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Bildungsstandort Vetschau

Schulzentrum ist eine Erfolgsgeschichte

Beim Schulfest ließ Schulleiter Steffen Bretschneider (M.) ein paar Kegel stehen. In Vetschau ein Schulzentrum zu etablieren indes, erwies sich nach Meinung von Bürgermeister Bengt Kanzler (r.) als Volltreffer. FOTO: LR / Daniel Preikschat

Vetschau. Schulleiter und Bürgermeister ziehen nach zehn Jahren eine positive Bilanz – und wollen die Vetschauer Schule noch besser machen.

Steffen Bretschneider bereut nichts. Grundschule und Oberschule nannte man im Vetschauer Lehrerkollegium schon „Schulzentrum“, lange bevor der Name 2009 offiziell wurde. Bereits damals war man im Kollegium sicher: „Gemeinsames Lernen von der ersten bis zur zehnten Klasse ist für die persönliche Entwicklung gut und macht die Schülergemeinschaft stabiler.“ Zehn Jahre später sieht sich der erfahrene Pädagoge bestätigt. Die Schülerzahlen blieben stabil. Fast jeder, der in Vetschau die Oberschule mit Primarstufe nach zehn Jahren verlässt, weiß, was er kann, und was er werden will. Zwei von drei Schülern schließen mit der Berechtigung ab, eine gymnasiale Oberstufe besuchen zu dürfen.

Doch auch für die Lehrer – das habe sich in Vetschau ebenfalls gezeigt – ist dieser Schultyp von Vorteil. In einem größeren Kollegium könne man sich gegenseitig besser beraten, es gibt mehr Lehrer für ein Fach. Kollegen können flexibler eingesetzt werden, erklärt Bretschneider. Ein Grundschullehrer könne auch mal eine siebte Klasse unterrichten, ein Oberschullehrer eine sechste.

Steffen Bretschneider, redegewandt und fachlich versiert, kann seine Schule gut verkaufen. Wahrscheinlich muss das ein Schulleiter heute auch können. Es sei „Erfolgsgeschichte“ geschrieben worden, auch wenn es keine Preise gab für die Schule. „Lieber bieten wir guten Unterricht“, sagt Bretschneider. So wird in Vetschau unter anderem Sorbisch-Wendisch gelehrt. In Kooperation mit der Handwerkskammer lernen bereits Achtklässler im Berufsschulzentrum in Gallinchen zwei Wochen verschiedene Berufe kennen – bevor es in Klasse neun und zehn ins Praktikum geht. Im Sinne Albert Schweitzers, Namenspatron des Schulzentrums, wird Ehrfurcht vor dem Leben vermittelt. In Kooperationen unter anderem mit dem Nabu ist Tierwohl und Tierschutz Thema an der Schule. Aber auch im musischen Bereich bieten die Vetschauer laut Bretschneider Besonderes: Es gibt Bläserklasse, Schulchor, Gitarrenunterricht. Ein Blasorchester soll noch kommen. 200 000 Euro vom Bund stehen überdies für die Digitalisierung zur Verfügung. Ende des Jahres soll ein Konzept vorliegen, wie das Geld ausgegeben wird.

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