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Bergbaufolgen in der Lausitz

Lebensgefahr: Lauchhammeraner müssen ihre Häuser verlassen

Häuser und Firmen-Areale an der Külzstraße in Lauchhammer-Ost stehen auf gefährlichem Grund. Gekippte und geschüttete Flächen der 1921 ausgekohlten Alttagebaue Lauchhammer III und Emanuel neigen in der grundwassergesättigten Tiefe zum Rutschen. Der Untergrund vereint mehrere Gefahren in sich: In die locker gelagerten feinkörnigen Sande ist bis in die 60er-Jahre auch Feinkohle eingespült worden. FOTO: Mirko Sattler

Lauchhammer. Erneut müssen Menschen in Lauchhammer jetzt Haus und Hof verlassen, weil die Bergbaufolgen lebensgefährlich geworden sind. Nach Jahren der Ungewissheit ist das Drama an der Külzstraße groß.

Das Unfassbare ist eingetreten, und der Schock sitzt tief bei den Bewohnern von vier Häusern in Lauchhammer-Ost, die auf dem Ausläufer einer teilweise gespülten und geschütteten Bergbaukippe an der Wilhelm-Külz-Straße stehen: Sie müssen Haus und Hof verlassen. Denn das vom Grundwasser gesättigte Erdreich droht abzurutschen. Die unberechenbare Kraft der locker gelagerten Lausitzer Sande, die auch der in den 20er-Jahren ausgekohlte Tagebau Emanuel hinterlassen hat, ist gefürchtet. Vor allem in den Amtsstuben und bei den Sanierern der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV).

Etwa vier Jahre leben die Menschen in Lauchhammer-Ost schon auf der Kippe. In der Hoffnung, dass der Grund und Boden sicher gemacht werden kann – und sie bleiben dürfen. Diese Hoffnung müssen sie jetzt begraben. Denn nach den jüngsten Messungen in dem Wohngebiet hat der Gutachter nun Alarm geschlagen – wegen Gefahr für Leib und Leben. Nach der Grubenteichsiedlung, die vor zwei Jahren zwangsweise leergezogen und dem Erdboden gleichgemacht wurde, verlieren vier weitere Familien in Lauchhammer ihre Häuser. Und weitere Bergbau-Bereiche werden noch untersucht.

Christel Haack (70) und ihr Mann müssen das Haus sofort verlassen. „Fürs Erste kommen wir in einer Ferienwohnung in Lauchhammer unter. Dann werden wir nach Wohnungsangeboten schauen. Ein neues Haus lohnt sich nicht mehr in unserem Alter. Alle versprechen Hilfe“, sagt sie erstaunlich gefasst.

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