ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
Ungewöhnlicher Gottesdienst in Senftenberg

Erste Hilfe für die Seele der Lebensretter

Das Team der Notfallseelsorgerin um Beate Bergmann (3.v.r.) bereit die 200 Engel zur Verteilung unter den Rettern vor. Zu dem Team, das in Brandenburg und im OSL-Kreis tätig ist, gehören (v.l.) Timm Zettler (Potsdam-Mittelmark), Yvonne Hanko (Brieske), Steffen Doms (Lauchhammer), Elke Miersch (Freienhufen), Beate Bergmann (Hermsdorf), Stefan Baier (Landeschef Potsdam) und Kathrin Puhahn (Schipkau). FOTO: Peter Aswendt

Senftenberg. Die Notfallseelsorgerin Beate Bergmann verschenkt beim Gottesdienst unter freiem Himmel Wollengel für ihre Kameraden.

Es sind die Einsatzkräfte von Rettungsdiensten, Polizei oder Feuerwehr, die bei Katastrophen, Feuersbrünsten oder Verkehrsunfällen die Ersten vor Ort sind. In vielen Fällen bieten sich ihnen Bilder von großem menschlichen Leid, das kaum zu ertragen ist. Selbstlos helfen sie, auch unter Einsatz ihres Lebens. Um diese Menschen zu ehren, fand am Sonntag zum zweiten Mal der Tag der Rettungskräfte in Senftenberg statt. Initiatoren sind die Evangelische Kirchengemeinde Senftenberg sowie der Evangelische Kirchenkreis Senftenberg-Spremberg um Pfarrerin Dorothee Michler.

Knapp 200 Rettungskräfte versammelten sich zum Gottesdienst auf dem Senftenberger Markt. Unter ihnen: die Notfallseelsorgerin Beate Bergmann, die mit besonderen Geschenken für ihre Kameraden dabei war. „Wir haben gemeinsam mit Kindern, die im Sommer im Kinderferienlager waren, Engel aus Wolle für diesen Tag gebastelt“, freut sich Beate Bergmann, die als Katechetin (Religionslehrerin) im Bereich Senftenberg und Klettwitz arbeitet. Mit den Wollengeln möchte sie die vielen Retter, die sie als „ihre Kameraden“ bezeichnet, eine kleine Freude bereiten und ihnen einen Begleiter für die schweren Stunden schenken. Die 47-jährige Ehefrau und Mutter zweier Töchter weiß, wovon sie redet. Seit 15 Jahren wird sie gerufen, wenn es um schwerste Verkehrsunfälle geht oder gemeinsam mit der Polizei eine Todesnachricht überbracht werden muss.

Eigentlich ist Beate Bergmann eine robuste Frau. Sie beschreibt sich selbst als ein wenig groß, ein wenig schwer, ein wenig laut: „Ich bin eben bunt“, lacht die Frau mit den blauen Haaren. Es ist es ihre Lebensfreude und die Familie, die ihr den nötigen Rückhalt gibt. Auch das persönliche Schicksal des zeitigen Todes ihrer Mutter, das spätere Versterben des Vaters und des Bruders haben sie geprägt. „Ich bin der letzte Mohikaner“, sagt sie.

top