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Prozess am Landgericht Cottbus

Crystal Meth als Familienunternehmen

Crystal Meth aus Tschechien hält die Lausitz weiter in Atem. Immer wieder stellen Zollfahnder an der Grenze Schmuggler fest. Die Modedroge breitet sich trotzdem aus. FOTO: Arno Burgi / dpa

Cottbus/Senftenberg. Vater und Sohn stehen in Cottbus vor Gericht.

(bob)  Der eine sammelt Bestellungen ein, der andere besorgt die Ware. So lässt sich die Arbeitsaufteilung vorstellen, die Siegfried und Thomas R., Vater und Sohn, in Senftenberg aufgebaut haben. Ihre Ware ist die gefährliche Modedroge Crystal Meth. Mehr als zehn Kilogramm  sollen sie besorgt und imOberspreewald-Lausitzkreis verkauft haben. Das zumindest behauptet die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklage. Seit Freitag wird Vater und Sohn vor dem Landgericht Cottbus der Prozess gemacht.

Die Verhandlung beginnt am Morgen mit einer halben Stunde Verspätung. Thomas R. (29) steckt im Stau. Er kommt aus der JVA Brandenburg, wo er seit seiner Festnahme Mitte Juli auf den Prozess wartet. Vater Siegfried (62) hat die kürzere Anreise. Er sitzt in Cottbus-Dissenchen in U-Haft. Ende Juni klickten für ihn die Handschellen, als ihn die Polizei mit 1,9 Kilogramm Crystal erwischte. In der Garage des Wohnhauses in Senftenberg fand sie weitere 900 Gramm, auf dem Balkon zwei Kilo Marihuana. Es soll auch für den Verkauf bestimmt gewesen sein.

Mindestens drei weitere Großeinkäufe von Crystal Meth sieht die Staatsanwaltschaft als erwiesen an. Die Taten sollen immer gleich abgelaufen sein. Der Sohn sammelt die Bestellung ein und sorgt dafür, dass das Geld eintrudelt. Der Vater begibt sich dann auf die Fahrt nach Tschechien. Hinter der Grenze kauft er bei einem Asiaten auf einschlägigen Märkten die Drogen. In seinem Pkw versteckt, schmuggelt er das Crystal über die Grenze. In Senftenberg dient die Garage als Drogenversteck.

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