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Erst der Naturschutz und zuletzt der Tourismus

Nabu-Protest gegen Abtragen von Insel-Land im Senftenberger See

Vorbereitung für die Inselsanierung: Ein Boot der LUG Engineering GmbH fährt am Mittwoch für Vermessungsarbeiten auf dem Senftenberger See.FOTO: Rasche Steffen / STEFFEN RASCHE

Senftenberg. In wenigen Tagen beginnen die Sicherungsarbeiten an der Insel im Senftenberger See. Jetzt sorgt eine Bekanntmachung vom Naturschutzbund-Regionalverband Senftenberg, der den Tourismus an letzter Stelle sieht, für Wirbel.

Statt Ausflugsdampfern schippern Sanierungsboote in den nächsten Tagen über den Senftenberger See. An der Insel werden akut rutschungsgefährdete Bereiche abgebaggert und in tiefe Stellen versenkt. Grund dafür ist die Erdbewegung Mitte September, als unweit von Niemtsch eine 250 mal 200 Meter große Fläche der Insel ins Wasser abbrach. Eine Rotte Wildschweine soll wahrscheinlich der Auslöser gewesen sein. Zunächst wurden Teilbereiche, dann der komplette See samt Ufer gesperrt. Das ist noch immer so. Zum Saisonstart im April 2019 soll der See aber wieder freigegeben sein. Kurz vor dem Beginn der Sanierungsarbeiten sorgt jetzt ein Memorandum des Naturschutzbundes für Wirbel.

Unterschrieben ist das zweiseitige, im Namen des Nabu-Regionalverbandes Senftenberg veröffentlichte Schreiben von Naturschützer Dr. Klaus Uhl. Der gebürtige Vogtländer, Mediziner und Vogel-Experte war einer der Ersten in der Region, die nach der Wende dem Nabu beigetreten sind. Uhl hat eine Prioritätenliste für den Senftenberger See aufgestellt. Drei Punkten schenkt er Wichtigkeit. Punkt 1: die wasserwirtschaftliche Nutzung bei Hoch- und Niedrigwasser. Punkt 2: der Naturschutz. Punkt 3: Tourismus.

„Diese Nutzung muss an letzter Stelle stehen, da sie an vielen Stellen der Seenkette durchgeführt werden kann“, schreibt er. Ein ständige Zunahme des Tourismus könne nicht erfolgen, da sonst der Begriff sanfter Tourismus konterkariert werde. „Die Zahl der Wasserfahrzeuge muss limitiert werden“, fordert er. Insbesondere die Boote mit Verbrennungsmotoren sind ihm ein Dorn im Auge. Deutlich spricht er sich gegen die durch das Brandenburger Landesbergamt angeordnete „Sofortmaßnahme am Senftenberger See“ aus: „Ein Abtrag der Finger im Nordosten der Insel verbietet sich aus Naturschutzgründen, zumal er auch viel Geld kostet.“

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