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Senftenberger Unternehmer verärgert

Ratsrunde bremst Hafen-Hotel erneut aus

Die Planungen für ein Vier-Sterne-Hotel am Senftenberger Stadthafen waren schon weit fortgeschritten. In der Grafik sind die beiden Hotelgebäude unten links zu sehen.FOTO: Lutz Köhler / Jan Augustin

Senftenberg. Die Mehrheit der Senftenberger Stadtverordneten will Filetgrundstücke direkt am See nicht verkaufen, sondern erbbaurechtlich verpachten. Für Unternehmer Lutz Köhler ist das unverständlich. Sein Hotelplan stehe aber noch.

Auf das Gros der Senftenberger Stadtverordnetenversammlung ist Unternehmer Lutz Köhler nicht besonders gut zu sprechen. Sieben Jahre ist es jetzt her, als er mit seinem Hotel-Plan den ausgelobten Wettbewerb für zwei Filetgrundstücke direkt am Stadthafen gewann und die Ratsrunde diesem Vorhaben kurze Zeit später wieder einen Riegel vorschob. Statt kommunalen Grund und Boden an dieser Stelle zu verkaufen, kann ein Investor seitdem nur über ein Erbbaupachtvertrag mit der Stadt aktiv werden. „Sie sind alle eingeknickt“, sagt Lutz Köhler heute verärgert. Die Pläne für ein gehobenes Vier-Sterne-Hotel mit 80 bis 100 Zimmern, mit Kongress- und Tagungsräumen hat der 67-Jährige aber noch nicht über Bord geworfen. „Mein Interesse besteht weiterhin“, betont er. Aber nur, wenn er kaufen und so Eigentümer werden kann.

Doch die Beschlusslage hat sich auch nach einem neuen Anlauf nicht verändert. Der von Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD) selbst eingebrachte Antrag, den alten Erbaupachts-Beschluss wieder aufzuheben, ist von der Ratsrunde bei 15 Gegenstimmen, zwölf Befürwortern und zwei Enthaltungen Ende März erneut abgeschmettert worden. Da gibt es die einen, die vorgeben, Sorgen um das städtische Tafelsilber zu haben. Der SPD-Stadtverordnete Prof. Peter Biegel erklärt beispielsweise: „Ich halte es für bedenklich, dass wir Filetstücke für den Verkauf vorbereiten.“ Auf der anderen Seite stehen die Verkaufs-Befürworter wie René Markgraf von der Fraktion Stimme freier Bürger. „Erbbaupacht führt immer dazu, dass Investoren sich schwer tun“, sagt er. Bei diesem Thema geht er mit dem Bürgermeister d‘accord. Anders als noch vor fünf Jahren, als das Zinsniveau in Höhe des möglichen Erbbauzins für Gewerbegrundstücke lag, ist jetzt „die Einschränkung auf den Abschluss von Erbbaupachtverträgen gleichbedeutend mit der Verhinderung von Investoren an dieser Stelle“, erläutert Andreas Fredrich.

Der B-Plan für das Baufeld westlich des Stadthafens sieht eigentlich etwas anderes vor als den Betirieb eines Imbiss-Wagen. Lutz Köhler wollte hier ein Vier-Sterne-Hotel bauen.FOTO: LR / Jan Augustin
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