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UPDATE: Landesbergamt kündigt See-Freigabe für April an

Inselsicherung nach Sylter Prinzip

Der auf einer schwimmenden Arbeitsplattform (im Hintergrund) stehende Bagger saugt die Erde der Inselrippen ab. Über eine bis zu zwei Kilometer lange Leitung wird das Wasser-Sand-Gemisch dann mit viel Druck in die Tieflagen des Senftenberger Sees gepresst.FOTO: Steffen Rasche

Senftenberg. Am Senftenberger See haben nach der Rutschung vor vier Monaten die Sanierungsarbeiten begonnen. Die eingesetzte Technologie kommt auch in der Nordsee zur Anwendung.

Ähnlich wie an Deutschlands teuerster Insel werden jetzt auch im Senftenberger See Unmengen von Schlamm von einer Stelle zu anderen bewegt. Für Sylt steht der Küstenschutz im Vordergrund. Sturmfluten nagen an dem exklusiven Nordsee-Eiland. Und die Insel wäre ohne der von Menschenhand seit Jahren umgesetzten Sandvorspülung schon deutlich kleiner. Das Prinzip dabei: Baggerschiffe saugen zwölf Kilometer vor der Küste Sand vom Meeresboden und bringen ihn in Strandnähe. Dort wird das Wasser-Sand-Gemisch durch Rohrleitungen an Land gepresst und dann mit großen Bulldozern verteilt.

Auf dem Senftenberger See verläuft dieser Arbeitsvorgang genau in die andere Richtung: weg vom Ufer, hinaus aufs Wasser. Freilich, die Dimensionen in der Nordsee sind größer. Doch die in dieser Woche gestartete Sicherung der Insel im Senftenberger See braucht sich nicht zu verstecken. Nach der Rutschung im September vergangenen Jahres, bei der ein etwa 200 mal 250 Meter großes Inselstück ins Wasser gebrochen ist, laufen die Sicherungsarbeiten jetzt auf Hochtouren – und das Ausmaß ist beeindruckend.

Vier mit Saugspülbaggern bestückte Plattformen sind derzeit auf dem bei Badegästen beliebtesten Lausitzer See im Einsatz und verrichten sieben Tage in der Woche ihre Arbeit. 16 Mitarbeiter der Elsterheider Firma BUG Dienstleistungen sind pro Schicht beschäftigt. Das erklärt Michael Matthes, Abteilungsleiter der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), am Donnerstag am Auslauf des Koschener Kanals. Im Hintergrund transportiert derweil ein kleines Schleppboot eine mit Bojen bestückte Schwimmleitung an die richtige Position. Die bis zu zwei Kilometer langen Rohre mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern werden an die tiefsten Stellen des Speicherbeckens Niemtsch gezogen, sodass genau dort die aufgenommene Erde versenkt werden kann. Der Effekt dabei: Die Unterwasserbereiche sollen inselumlaufend abgeflacht werden. „Je höher die Böschung ist, desto größer ist das Potenzial für eine Rutschung“, erklärt Sanierungsexperte Michael Matthes.

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