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Zwei Frauen aus Oberspreewald-Lausitz feiern ihren 100.

„Mädel, wie die Zeit vergeht!“

Annemarie Staff wird an diesem Dienstag 100 Jahre jung. Sie hat ihr ganzes Leben hier in der Region verbracht, stammt aus Schwarzheide-Ost und wohnt jetzt bei ihrer Tochter in Hermsdorf.FOTO: Jana Wieduwilt

Schwarzheide/Annahütte. Annemarie Staff aus Schwarzheide feiert an diesem Dienstag ihren 100. Geburtstag. Emma Kiebel aus Annahütte hat am Sonntag dieses große Jubiläum begangen.

Selbst für mittelältere Menschen schwer vorstellbar: Annemarie Staff war 17, als die Olympischen Spiele in Berlin stattfanden. Das war 1936. Sie war 26 als der Zweite Weltkrieg zu Ende war. Und sie war 50, als ihr Mann starb. Annemie, wie sie von Freunden genannt wird, oder auch Ami oder Miechen oder Mama, Großmama – sie hat sich in all den Rollen immer gekümmert. Heute lebt sie in ihrer Familie in Hermsdorf, dort bekommt sie viel Liebe und Fürsorge. Das ist das, was sie selbst jahrelang gegeben hat. Sie hat zwei Kinder großgezogen, vier Enkel und sieben Urenkel geben sich bei ihr die Klinke in die Hand. Noch bis vor wenigen Jahren lebte die Seniorin alleine in ihrer Wohnung in Schwarzheide. Bis heute läuft sie – meistens sogar ohne Stock durch die Wohnung ihrer Tochter Christine Bergmann. Am Nachmittag dreht sie, dann mit Rollator, ihre Runden auf dem Hof oder streichelt die Kätzchen.

Ihr Geheimnis – warum sie gesund und munter die 100 feiern kann, ist einfach: Gottvertrauen, harte Arbeit und viel Bewegung und natürlich die Familie immer um sich herum – das sind die vier Faktoren, die sie ihr Leben lang begleiteten.

100 Jahre bieten natürlich viel Platz für Geschichten: So hat die gelernte Fleischermamsell eine glück-
liche Kindheit in der Schwarzheider Gastwirtsfamilie Jacubasch in Naundorf verbracht. Als Fleischermamsell arbeitete sie unter anderem auch im Fleischereibetrieb der Familie des heutigen Schwarzheider Bürgermeisters Schmidt. Kinder hat sie immer um sich gehabt, die aus der eigenen Familie natürlich und auch immer die Kinder ihrer jeweiligen Arbeitgeber. Immer adrett, immer von tadelloser Höflichkeit ist sie bis heute taktvoll und liebevoll. Selbst die Hausschuhe sind korrekt ausgerichtet vor ihrem Bett, so dass sie nur noch reinschlüpfen muss, wenn sie aufsteht. Sie genießt es, gemeinsam mit ihrer Tochter zu essen, und ab und an muss es dazu auch mal ein Glas Bier sein. Oder auch mal ein Sektchen. Wenn ein Spiel von Dynamo Dresden im Fernsehen läuft, dann muss Großmama dabei sein, das gehört dazu. Die Liebe zum Club hat sie ihren Kindern, Enkeln und Urenkeln vererbt, die bis heute kein einziges Spiel auslassen.

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